Symbolbild: imago/Ralph Peters

Kein Schmerzensgeld wegen Lebensverlängerung durch künstliche Ernährung

2.4.2019 11:11 Uhr

Wegen der Lebensverlängerung eines Patienten durch künstliche Ernährung muss ein Arzt kein Schmerzensgeld zahlen. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Dienstag im Fall eines Manns, der jahrelang durch eine Magensonde künstlich ernährt worden war. Der BGH hob damit ein Urteil des Oberlandesgerichts München auf, das dem klagenden Sohn ein Schmerzensgeld von 40.000 Euro zugesprochen hatte.

Der Vater des Klägers litt an Demenz und konnte in seinen letzten Lebensjahren weder kommunizieren noch sich bewegen. Der schwer kranke Mann wurde fünf Jahre lang künstlich ernährt. Nach Ansicht seines Sohns führte dies spätestens seit Anfang 2010 "nur noch zu einer sinnlosen Verlängerung des krankheitsbedingten Leidens". Er verklagte deshalb den Hausarzt als Alleinerbe auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

(gi/afp)