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Kein Moonshine in der Türkei – Ethanol-Verkauf für Hausgebrauch verboten

2.10.2020 17:16 Uhr

Die türkische Regierung hat mit einer entsprechenden Richtlinie des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, die im Amtsblatt veröffentlicht wurde, ein Verbot des Verkaufs von Ethanol für den Hausgebrauch verhängt. Die Menschen in der Türkei verwenden Ethanol, um zu Hause Spirituosen herzustellen.

Das Verkaufsverbot tritt nach 60 Tagen ab Veröffentlichung der Richtlinie im Amtsblatt in Kraft. Während der Übergangszeit, bis das Verbot in Kraft tritt, darf Ethanol weiterhin frei verkauft werden. Ob das nun zu einem Run führt, bleibt abzuwarten. Wenn das Verbot aktiv wird, wird Ethanol nicht vermarktet. Unternehmen, die die Lizenz zum Verkauf von Ethanol besitzen, müssen das Produkt innerhalb von drei Monaten an die verkaufenden Unternehmen oder die Hersteller von Ethanol zurückgeben.

Ausweichen auf Methylalkohol führte zu tödlichen Vergiftungen

Mit der Änderung in der jeweiligen Richtlinie wurde auch der Verkauf von Ethanol im Internet verboten. Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft wird die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Märkte für Ethanol, Methanol und alkoholische Getränke zu gewährleisten.

Bereits im Jahr 2018 wurde nach den damaligen Vorschriften die Zugabe von Denatoniumbenzoat zu Ethanol vorgeschrieben und auf den Etiketten des auf dem Markt verkauften Produkts wurde eine Warnung mit der Aufschrift "Nicht für die Verwendung in Lebensmitteln geeignet" angebracht. Durch die Beigabe wurde der Selbstgebrannte – in den USA als Moonshine bekannt – extrem bitter und nahezu untrinkbar. Die Schwarzbrenner wichen nach dem Erlass auf Methylalkohol aus, der aber bei falscher Anwendung zu letalen Vergiftungen führt, wenn man ihn trinkt.

(ce)

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