epa/Clemens Bilan

Kein Interesse an SPD-Vorsitz

16.6.2019 11:57 Uhr

Auch Bundesaußenminister Hubertus Heil will aktuell nicht Vorsitzender der SPD werden. „Ich habe nicht vor, zu kandidieren - ich weiß aber, wen ich will“, sagte Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zu seinem Favoriten äußerte sich der Minister nicht. Er machte aber deutlich, dass der neue Parteichef oder die neue Parteichefin „Verantwortung, Leidenschaft und Augenmaß“ bräuchten.

Heil fügte hinzu: „Bei der Wahl des Vorsitzenden lassen sich personelle und programmatische Fragen nicht trennen - das zu glauben, wäre naiv.“ Er wolle eine Parteispitze, die die SPD nach vorn und nicht an den Rand führe. „Wir müssen jetzt erst mal Stabilität in die Partei bringen und in Regierungsverantwortung Probleme lösen.“ Das werde hoffentlich zeitnah gelingen, so Heil.

SPD wird kommissarisch von Troika geführt

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles wird die SPD kommissarisch von einem Trio aus stellvertretenden Parteivorsitzenden geführt. Heil war in Parteikreisen als möglicher Nahles-Nachfolger gehandelt worden.

Der kommissarische SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich geht davon aus, dass die Nahles-Nachfolge über eine Urwahl entschieden wird. Die Stimmung sei entsprechend, sagte Mützenich dem Deutschlandfunk. Das zeige auch die Rückmeldung vieler Parteimitglieder in sozialen Medien. Mit Blick auf eine mögliche Doppelspitze wollte sich der Fraktionschef nicht festlegen: „Ich möchte mich an Personen orientieren, an Teams, die sich dann herauskristallisieren.“

Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke sprach sich für eine Doppelspitze aus. „Das halte ich aus vielen Gründen für eine vernünftige Lösung“, sagte Woidke der „Berliner Morgenpost“ (Sonntag). „Automatisch heißt das aufgrund der Quotierung bei der SPD ein Mann und eine Frau.“ Die Partei sollte die Kandidaten auf eine Tour durch die Länder schicken und dann gegebenenfalls in eine Urwahl gehen, betonte er.

(an/dpa)

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