epa/Dominic Aquilina

Kein Hafen für Rettungsschiff

5.9.2019 23:04 Uhr

"Alan Kurdi", das deutsche Rettungsschiff, ist im Mittelmeer weiter auf der Suche nach einem Hafen. Ein Sprecher des Regensburger Vereins Sea-Eye warf der neuen italienischen Regierung am Donnerstag vor, an der harten Linie gegen Bootsflüchtlinge im Mittelmeer festzuhalten.

Die "Alan Kurdi" hatte vorigen Samstag 13 Menschen aus einem überladenen Holzboot geborgen, unter ihnen 8 Minderjährige. Das Boot habe sich in der Rettungszone Maltas befunden, doch habe sich Malta geweigert, die Koordinierung des Einsatzes zu übernehmen, schrieb Sea-Eye. Malta habe sich am Donnerstagmorgen nur bereit erklärt, zwei Jungen, die unter schweren Angstattacken litten, von Bord zu nehmen.

Salvinis Dekret weiterhin in Kraft

Das italienische Innenministerium habe wiederum bestätigt, dass ein unter dem damaligen Minister Matteo Salvini erlassenes Dekret zum Verbot der Einfahrt von Schiffen weiter in Kraft sei. "Die neue Regierung in Rom zeigt schon in ihren ersten Stunden Härte gegen die "Alan Kurdi" und bietet ebenfalls keine Hilfe an. Offenbar will man den Italienern zeigen, dass es keinen Salvini braucht, um gegen Rettungskräfte anzukämpfen", sagte Sea-Eye Sprecher Gorden Isler. Die neue Regierung mit Luciana Lamorgese als Salvini-Nachfolgerin wurde allerdings erst am Donnerstagmorgen vereidigt.

Am Montag war das deutsche Schiff "Eleonore" mit Kapitän Claus-Peter Reisch trotz eines Verbots der italienischen Regierung in den Hafen Pozzallo auf Sizilien eingelaufen, das Schiff wurde beschlagnahmt. Die italienische "Mare Jonio" lief am Montag in Lampedusa ein und wurde trotz einer Genehmigung ebenfalls beschlagnahmt. Die "Ocean Viking" der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee ist zu einem neuen Einsatz vor der libyschen Küste unterwegs.

(an/dpa)

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