imago/Steve Bauerschmidt

Kein Auschluss aus SPD, trotz Sarrazin-Lesung

1.4.2019 20:48 Uhr

Gegen den in die Kritik geratenen Abgeordneten Oskar Helmerich wird es kein Parteiausschlussverfahren geben. Umstritten war die Einladung an Thilo Sarrazin zu einer Lesung am 22. Mai in Erfurt.

Die SPD im Thüringer Landtag strebt keinen Ausschluss ihres in die Kritik geratenen Abgeordneten Oskar Helmerich an, der den früheren Politiker Thilo Sarrazin (SPD) für den 22. Mai zu einer Lesung in Erfurt eingeladen hat. Das teilte der Fraktionsvorsitzende Matthias Hey am Montag mit.

Helmerich hatte zunächst für die AfD im Landtag gesessen und war dann im Streit über den Kurs von Landeschef Björn Höcke zur SPD gewechselt. Kritik an der Lesung vier Tage vor der Europawahl und wenige Monate vor der Landtagswahl Ende Oktober kam unter anderem vom SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee.

"Ich stehe voll dahinter"

In der Mitteilung Heys hieß es nun, die Fraktion sei nicht in die Organisation der Lesung aus Sarrazins islamkritischem Buch "Feindliche Übernahme" eingebunden. "Es handelt sich um eine unabgestimmte Aktion unseres Mitglieds Oskar Helmerich", erklärte Hey. Bei einer Fraktionssitzung am Mittwoch solle das Thema diskutiert werden.

Zuvor hatte eine Fraktionssprecherin am Montag erklärt, dass die Lesung Helmerichs Privatangelegenheit sei und man sie ihm nicht verbieten könne. Helmerich selbst sagte der dpa, er halte weiter an der Lesung fest: "Ich stehe voll dahinter." Die Veranstaltung trage dazu bei, eine demokratische Diskussion innerhalb der Bürgerschaft anzustoßen.

Gegen den früheren Berliner Finanzsenator und Bundesbankvorstand Sarrazin läuft derzeit ein drittes Parteiausschlussverfahren der Bundes-SPD.

(an/dpa)

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