Hürriyet

Kayseri: Historische Jungfrau-Maria-Kirche als Bibliothek wiedereröffnet

18.1.2020 8:34 Uhr

Die über einhundert Jahre alte Jungfrau-Maria-Kirche in der zentralanatolischen Provinz Kayseri stand über Jahre hinweg leer und war sich selbst überlassen. Jetzt hat die Gemeinde die Kirche mit viel Liebe fürs Detail restauriert und eine Bibliothek darin untergebracht.

Die Kirche feierte ihre Wiedereröffnung am 15. Januar und zog bereits am ersten Tag zahlreiche junge und alte Besucher in ihren Bann. Laut des zuständigen Bibliotheks-Beauftragten der Stadt, Erkan Küp, finden sich in der Bibliothek fast 50.000 Bücher - rund 25.000 in der gedruckten Variante und nochmals etwa 22.000 in digitaler Form. In der nächsten Zeit sollen auch noch 3000 Audio-Bücher in den Katalog aufgenommen werden, so Küp.

Digitale Nutzung für Besucher

Besonders für Studenten ist die neue Bibliothek besonders attraktiv. Nicht nur finden sie hier einen Ort, an dem sie in Ruhe lernen können, sie dürfen auch die Computer der Bibliothek benutzen und können kostenlos Dokumente ausdrucken. Rückgabefristen können online verlängert werden, ebenso haben die Besucher die Möglichkeit, auf das digitale Angebot auch von außerhalb der Bibliothek zuzugreifen.

Die drei Bereiche der Bibliothek

Die über 915 Quadratmeter große Bibliothek ist in drei Bereiche aufgeteilt: einen digitalen Bereich, in dem sich auch die Computer befinden, einen Ruhebereich zum Lesen und Lernen sowie einen, wo sich Besucher mit Snacks und Getränken versorgen können.

"Eine Kirche in eine Bibliothek umzuwandeln ist in dieser Form erstmalig in der Türkei. Wir wollen die Geschichte der Kirche bewahren", so Erkan Küp. "Wir haben die Kirche vor dem Verfall bewahrt und sie in einen Ort des Lernens verwandelt"

Die Jungfrau-Maria-Kirche

Es kann nicht genau datiert werden, wann die Kirche erbaut wurde, es wird allerdings vermutet, dass sie aus dem späten 19. Jahrhundert stammt. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde sie als Kirche genutzt, später wurde sie in ein Lager umfunktioniert. Seit 1961 unterstand die Kirche dem Ministerium für Sport und Jugend und fungierte über Jahrzehnte als Sporthalle. Dann wurde sie sich selbst überlassen und verfiel zusehends.

2016 entschied man sich dazu, die Kirche zu restaurieren. Dafür wurde sie wieder in ihren Originalzustand zurückversetzt - mit drei imposanten Kirchenschiffen und einem Kloster, welches sich im nordöstlichen Teil des Anwesens findet.

(Berna Ehrhardt)

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