imago images / ZUMA Press

Kauf der S-400: Trump zeigt Verständnis für die Türkei

16.7.2019 20:50 Uhr

Am Dienstag äußerte sich US-Präsident Trump über die schwierige Lage, in der sich die Türkei nach den ersten Lieferungen der S-400 befinde. Es sei ein sehr komplexes Thema und man sei in Gesprächen, um eine Lösung zu finden, so Trump.

Die Türkei habe lange Zeit versucht, die US-amerikanischen Patriot-Raketenabwehrsysteme zu erwerben, seien aber mit ihrem Kaufinteresse auf taube Ohren gestoßen. "Die Türkei wollte Patriots kaufen, unbedingt sogar. Sie brauchen sie zur Verteidigung. Doch die Regierung unter Obama hat sie ihnen nicht verkauft, obwohl die Türkei immer wieder danach gefragt hat. Das hat sich über einen langen Zeitraum hingezogen und als sie sich dann nach einer Alternative umsahen - das S-400 System aus Russland, welches vielleicht nicht so gut wie die Patriots war, aber immer noch gut genug - dann hieß es plötzlich, dass sie die Patriots doch bekommen würden. Da war es allerdings bereits zu spät und die Türkei hatte Verträge unterschrieben sowie eine Menge Geld gezahlt, um ein Raketenabwehrsystem zu kaufen, was ihnen hier dummerweise verwehrt worden war."

Erst keine Raketenabwehr verkauft und jetzt werden die F-35 verwehrt

Weiter führte Präsident Trump aus, dass die Türkei mehr als 100 F-35 Kampfjets kaufen wollte, mit Plänen, diese Zahl in der Zukunft noch wesentlich zu erhöhen. Doch auch das werde ihnen nun verboten, eben weil sie ein Raketensystem aus Russland geordert hätten, weil sie die ursprünglich gewünschten Patriots nicht bekommen hätten. Das sei nicht nur für die Türkei schlecht, sondern auch für den Flugzeugbauer Lockheed, schließlich wäre dies ein großer Auftrag für das US-amerikanische Unternehmen gewesen.

Gutes Verhältnis zur Türkei

Präsident Trump unterstrich sein gutes Verhältnis zu Präsident Erdogan, durch das auch der in der Türkei inhaftierte Pfarrer Andrew Brunson freigekommen sei. Nach intensiven Gesprächen hätte dieser die Türkei als freier Mann verlassen können.

Und nun sei man in einer Situation, in der man der Türkei sage, dass sie wegen des Kaufs des russischen Abwehrsystems, zu dem sie förmlich gezwungen worden seien, keine F-35 kaufen dürften. Diese schwierige Situation versuche man durch intensive Gespräche zu entschärfen. Aber die Lage, in der sich die Türkei momentan befinde, sei nicht wirklich gerecht.

(be)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.