California Institute of Technology

Katie Bouman, die Frau, die das Bild des Schwarzen Lochs möglich machte

11.4.2019 22:04 Uhr

Am Mittwoch hat die Welt atemlos das erste Bild aus dem Schwarzen Loch bestaunt. Das haben wir einer Frau zu verdanken: der 29-jährigen Informatikerin Katie Bouman.

Sie entwickelte den Computer-Algorithmus, der die Zusammensetzung des Bildes aus Daten riesiger Radioteleskope ermöglichte. "Ich bin so aufgeregt, dass wir endlich zeigen können, woran wir das vergangene Jahr gearbeitet haben", jubelte Bouman am Mittwoch auf ihrer Seite im Onlinenetzwerk Facebook, nachdem die sensationelle Aufnahme veröffentlicht worden war.

Forscherin entwickelt bahnbrechenden Algorithmus

Die Forscherin am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im US-Bundesstaat Massachusetts hatte 2016 den Algorithmus mit dem Namen "Chirp" entwickelt. Er ermöglichte es, die gigantischen Datenmengen des weltumspannenden Radioteleskopnetzwerks Event Horizon zu durchforsten und daraus ein Bild zu schaffen. Die Daten hatten das Volumen von vier Petabyte. Das sind vier Billiarden Byte - eine Zahl mit 15 Nullen. Gespeichert waren die Daten auf einem wahren Berg von Festplatten mit einem Gewicht von mehreren hundert Kilo. Die Festplatten mussten für ihre Sichtung physisch zum Haystack-Observatorium in Westford in Massachusetts gebracht werden. Um die Genauigkeit des mittels "Chirp" erstellten Bildes sicherzustellen, ließ das Astrophysik-Zentrum den Algorithmus von vier getrennten Teams auf die Daten anwenden.

Erstellung des Bildes Ergebnis von Teamarbeit

Nach einmonatiger Arbeit präsentierten die Gruppen dann Aufnahmen, die sich sehr ähnelten. "Das war für mich der glücklichste Moment, den ich je hatte", sagte Bouman dem "Wall Street Journal". Es sei faszinierend gewesen, dass alle Teams ein sehr ähnliches Bild von dem Schwarzen Loch gewonnen hätten.Die junge Wissenschaftlerin hob hervor, dass die Erstellung des Bildes das Ergebnis von Teamarbeit gewesen sei. Es habe dazu des "unglaublichen Talents eines Teams von Wissenschaftlern von rund um den Globus" bedurft. Bouman ist als Postdoktorandin an dem Astrophysik-Zentrum an der US-Ostküste tätig. Im Herbst wird sie als Assistenzprofessorin an das California Institute of Technology (Cal Tech) in Pasadena wechseln.

(be/afp)