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Katar: Millionen für Hilfsprojekte in Gaza

26.1.2019 0:01 Uhr

Katar plant die versprochenen 13 Millionen Euro für den Gazastreifen nun an örtliche Hilfsprojekte verteilen. "Wir hoffen, dass der Zuschuss als humanitäre Hilfe armen Familien im Gazastreifen zugutekommt", sagte der Vorsitzende des Katarischen Komitees zum Wiederaufbau Gazas, Mohamed el-Amadi, am Freitag. Die Verteilung des Geldes werde mit den Vereinten Nationen koordiniert.

Zuvor hatte Israel die Zahlung erst gestoppt, aber dann doch erlaubt. Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte daraufhin Israel versuchte Erpressung vorgeworfen und die Zahlung abgelehnt. Die radikal-islamische Hamas ist die zweitgrößte Palästinenserorganisation. Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein.

Die Zahlung der Gelder war als Teil einer im November ausgehandelten Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas geplant. Mit dem Geld sollten Gehälter von Angestellten der Hamas bezahlt sowie arme Familien unterstützt werden.

Ein Toter bei Protesten

Katar hatte sich dazu bereiterklärt, innerhalb von sechs Monaten umgerechnet rund 132 Millionen Euro zu zahlen, um die Lebenssituation der Menschen in Gaza zu verbessern.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze wurde nach palästinensischen Angaben ein Mann erschossen. Mindestens 22 weitere Palästinenser seien von Schüssen getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Demonstrationen für Ende der Blockade

Seit Ende März sind nach Angaben des Ministeriums bei Protesten an der Gaza-Grenze rund 250 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer.

Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

(an/dpa)