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Kassel: Preis im Namen von NSU-Opfer Halit Yozgat

22.11.2018 13:52 Uhr

Nach der Debatte um eine abgesagte Gedenkveranstaltung im Frühjahr soll in Kassel künftig ein Preis an das NSU-Opfer Halit Yozgat erinnern. Einen entsprechenden Vorschlag habe Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) dem Stadtparlament gemacht, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Der Preis soll mit 3000 Euro dotiert sein und jährlich für wissenschaftliche Arbeiten oder bürgerschaftliches Engagement zu Themen wie Ausgrenzung und politisch motivierte Gewalt vergeben werden. Das Stadtparlament soll am Montag (26. November) darüber entscheiden. Zuvor hatte die «Hessische/Niedersächsische Allgemeine» (HNA) darüber berichtet.

Kritik an der Stadt nach Absage

Die Stadt hatte die Kundgebung abgesagt, weil sie angesichts anti-türkischer Proteste und Anschläge eine Störung befürchtete. Trotzdem waren dort 300 Menschen friedlich zusammengekommen. Kassel wurde für die Absage kritisiert.

Yozgat war im Jahr 2006 mutmaßlich von der rechten Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) getötet worden. Halit Yozgat gilt als das letzte Opfer in der Mordserie. Er starb in seinem eigenen Internetcafé. Heute erinnern ein Gedenkstein und der Halit-Platz an den 21-jährigen.

(an/dpa)