epa/Farooq Khan

Kaschmir: Indien geht hart gegen Separatisten vor

1.3.2019 14:51 Uhr

Mit diversen Maßnahmen ist Indien nun gegen Separatisten in der umkämpften Region Kaschmir vorgegangen. Die Regierung sprach am späten Donnerstagabend ein Verbot gegen die einflussreiche islamistische Organisation Jamaat-e-Islami Kashmir für fünf Jahre aus. Als Grund gab sie Aktivitäten der Gruppe an, die die öffentliche Sicherheit gefährdeten. Jamaat-e-Islami pflegt enge Verbindungen zu Separatistenkämpfern. Vor Jahrzehnten trat sie auch als Partei bei Regionalwahlen an.

Seit dem Anschlag im indischen Teil Kaschmirs vom 14. Februar mit 40 toten indischen Sicherheitskräften, den die pakistanische Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed für sich reklamierte, wurden zudem nach Polizeiangaben zahlreiche Kämpfer getötet. Mehrere hundert Kämpfer und deren Verwandte, Separatistenführer, Aktivisten und Sympathisanten wurden demnach festgenommen. Die Geschwindigkeit von mobilem Internet wurde in der Region gedrosselt - eine übliche Maßnahme gegen Unruhen in Indien.

Bei einer Pressekonferenz der indischen Streitkräfte am Donnerstag sprach zudem ein Armeesprecher von 35 «Verletzungen des Waffenstillstands» durch Pakistan binnen zwei Tagen entlang der sogenannten Kontrolllinie - der De-facto-Grenze zwischen den von Indien und Pakistan beherrschten Teilen Kaschmirs.

Gewalt flammt immer wieder auf

Der Sprecher bezog sich damit auf ein Waffenstillstandsabkommen zwischen den zwei Ländern von 2003, das seitdem regelmäßig durch Schusswechsel entlang der Kontrolllinie verletzt wird. Aus indischen Regierungskreisen hieß es, Verletzungen des Waffenstillstands durch Pakistan seien unabhängig von der aktuellen Krise zu betrachten und würden nicht unbedingt als gravierende Provokation betrachtet.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder das Himalaya-Tal Kaschmir für sich. Manche Separatisten wollen, dass der indische Teil der Region, die - im Gegensatz zum Rest des mehrheitlich hinduistischen Landes - überwiegend muslimisch ist, Teil von Pakistan wird. Andere befürworten ein unabhängiges Kaschmir.

Seit Ende der 1980er Jahre gibt es im indischen Teil Kaschmirs einen sogenannten Aufstand, bei dem es immer wieder zu Gewalt zwischen Separatisten und Sicherheitskräften kommt. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Islamabad bestreitet dies.

(an/dpa)