epa/Farooq Khan

Kaschmir: Chronologie eines Konflikts

26.2.2019 19:16 Uhr

Pakistan und Indien haben schon zwei Kriege um die Region geführt und sich zahlreiche Scharmützel geliefert. Allerdings überquerten nur selten Flugzeuge oder Bodentruppen die schwer bewachte Demarkationslinie, welche die Himalaya-Region in zwei Teile teilt.

Eine Chronologie der Zusammenstöße der beiden Atommächte in der Grenzregion:

1947

Der erste Krieg um Kaschmir bricht kurz nach der Teilung des indischen Subkontinents in das hinduistische Indien und das muslimische Pakistan nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft aus. Der Maharadscha von Kaschmir bittet Neu Delhi um Hilfe und stimmt einem Beitritt seiner Region zu Indien zu, nachdem Kämpfer aus Pakistan das Gebiet attackiert haben. Danach wird Kaschmir geteilt.

1965

Indien und Pakistan kämpfen in einem kurzen zweiten Krieg erneut um Kaschmir, bis ein Waffenruhe ausgerufen wird.

1971

In einem dritten Krieg kämpfen Indien und Pakistan diesmal wegen Islamabads Herrschaft über Ostpakistan, dem heutigen Bangladesch. Neu Delhi unterstützt die bengalischen Unabhängigkeitskämpfer und fliegt Bombenangriffe auf pakistanisches Gebiet.

1984

Indische Truppen besetzen den Gletscher Siachen des Karakoram-Gebirgszuges, der auch von Pakistan beansprucht wird. Es folgt das erste von zahlreichen Gefechten um das abgelegene, unbewohnte Gebiet, bis 2003 ein Waffenstillstand unterzeichnet wird.

1999

Von Pakistan unterstützte Kämpfer überschreiten die umstrittene Kaschmir-Grenze und erobern indische Militärposten in den eisigen Höhen der nordindischen Provinz Kargil. Indische Truppen drängen die Eindringlinge zurück. Der zehnwöchige Kargil-Konflikt kostet 1000 Menschen auf beiden Seiten das Leben.

2016

Indien startet im September begrenzte Angriffe auf Ziele im pakistanischen Teil Kaschmirs. Zwei Wochen zuvor hatten Rebellen bei einem Angriff auf eine indische Militärbasis 19 Menschen getötet. Pakistan bestreitet, dass die indischen Angriffe jemals stattfanden. Im November stürmen als Polizisten verkleidete Kämpfer einen indischen Stützpunkt nahe der Grenze und töten sieben Soldaten.

2019

Indien kündigt nach einem Selbstmordattentat mit mindestens 40 Toten auf einen Armee-Konvoi Vergeltung an. Am 26. Februar fliegt das indische Militär nach eigenen Angaben Luftangriffe auf ein "Terrorcamp" der Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed im pakistanischen Balakot, außerhalb der Kaschmir-Region. Die indische Behauptung, viele islamistische Kämpfer seien getötet worden, bestreitet Islamabad. Pakistan bestätigt aber eine Verletzung seines Luftraums und kündigt seinerseits Gegenmaßnahmen an.