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Kasachstan: Kritik an Unbenennung der Hauptstadt

21.3.2019 21:02 Uhr

Die Umbenennung der Haupstadt Kasachstan Astana in Nursultan stößt nicht nur auf Begeisterung in dem ölreichen Steppenstaat. Anhänger und Gegner hätten sich in Astana eine Schlägerei geliefert, meldete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Donnerstag. Lokalen Medien zufolge sollen etwa 20 Menschen festgenommen worden sein.

Am Mittwoch hatten die beiden Kammern des kasachischen Parlaments beschlossen, dass Astana künftig Nursultan heißen soll - das ist der Vorname des langjährigen Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Er hatte zuvor die Macht an seinen Vertrauten Kassym-Schomart Tokajew übertragen, der den neuen Namen selbst vorgeschlagen hatte.

Solche Ehrbekundungen haben auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion eine lange Tradition. So war etwa auch der Sowjetdiktatur Stalin Namensgeber einer Stadt.

Einer Internet-Petition gegen den neuen Namen schlossen sich bis zum Donnerstag mehr als 37 000 Unterstützer an. Ziel der Initiative sei ein Referendum. In Kasachstan leben mehr als 18 Millionen Menschen.

Keine radikale Umbenennung

Die Staatsagentur Kazinform veröffentlichte zunächst keine Berichte über Proteste. Stattdessen hieß es: In der Ex-Sowjetrepublik gebe es immer mehr Städte, die Hauptstraßen nach Nasarbajew benennen. Astana heißt auf Kasachisch nur Hauptstadt. Sie liegt im Norden des Landes.

Die Regierung versicherte Kazinform zufolge, der Prozess der Umbenennung werde nicht so radikal, wie manche befürchteten. So würden die Schilder nicht von heute auf morgen geändert. Der Markenname Astana, etwa an Gebäuden oder von Vereinen, solle erhalten bleiben.

Zu Sowjetzeiten lag das Machtzentrum der rohstoffreichen zentralasiatischen Republik in Almaty, der bevölkerungsreichsten Stadt im Süden des Landes. Seit 1997 ist Astana die Hauptstadt. Sie wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach umbenannt. Zunächst hieß sie Akmolinsk, ab 1961 Zelinograd, 1992 Akmola und 1998 Astana.

(an/dpa)

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