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Kartalkaya - So urlauben die Reichen und Schönen

8.2.2020 9:02 Uhr

Wer in Kartalkaya in der türkischen Provinz Bolu einen Skiurlaub verbringen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Das beliebte Wintersportgebiet führt die Preislisten in landesweiten Vergleich an. Eine Hotelübernachtung kann dann schon mal bis zu 50.000 Lira (ca. 7.600 Euro) kosten.

In den Köroglu Bergen auf einer Höhe von 2.200 Metern gehört Kartalkaya mit insgesamt 70 km Abfahrten verteilt auf 25 Pisten, zu den wichtigsten Skigebieten der Türkei. Gerade die Nähe zu den Millionen Metropolen Ankara und Istanbul beschert Kartalkaya hohe Besucherzahlen. Allein in der ersten Woche der Semesterferien begrüßte man hier knapp 30.000 Gäste, seit Eröffnung der Saison am 13. Dezember waren es insgesamt sogar 350.000 Besucher.

Türkische Preisspitze

Kartalkaya ist bekannt für sein hochpreisiges Angebot. Die Kapazität von 3.000 Betten ist oftmals ausgeschöpft. Viele der Gäste gehören zur türkischen Prominenz. Auch wenn ein Hotel der niedrigsten Kategorie mindestens 500 Lira (ca. 75 Euro) für ein Doppelzimmer in der Nebensaison aufruft. Wer den Luxus sucht, zahlt in den Fünf-Sterne-Hotels bis zu 10.000 Lira (ca. 1500 Euro) pro Nacht und Zimmer, zudem besteht hier ein Mindestaufenthalt von zwei Übernachtungen während der Hauptsaison und in den Semesterferien.

Nicht zu vergessen ist der Skipass. Den erhält man Montag bis Freitag für 200 Lira (rund 30 Euro), an den Wochenenden beträgt der Tagessatz 230 Lira (ca. 34 Euro).

Sollte man noch in einem der Restaurants einkehren wollen, bekommt man ein einfaches Nudelgericht für sagenhafte 75 Lira (11 Euro). Das mag zwar für Ausländer immer noch recht günstig sein - vor allem, wenn man es mit Skigebieten beispielsweise in Österreich oder der Schweiz vergleicht, für türkische Verhältnisse ist es allerdings am oberen Ende der Preisliste anzusiedeln. Selbst wenn es nur der Milchkaffee zwischendurch sein soll, kostet dieser im Schnitt 25 Lira (ca. vier Euro). Zum Vergleich: ein Milchkaffee in Istanbul ist, je nach Café, für Preise zwischen 5 - 8 Lira zu haben.

Ausgebuchte Luxus-Chalets

Natürlich gibt es in Fragen Luxus immer Steigerungen. Zwei neu errichtete Chalets bieten ihren Gästen allen erdenklichen Komfort mit einer grandiosen Aussicht. Das hat seinen Preis: Das günstigste Beispiel ist eine Übernachtung an einem Werktag in der Nebensaison, dabei werden 15.000 Lira (ca. 2280 Euro) pro Nacht fällig. An Sams- und Sonntagen klettern die Preise auf das doppelte, fast dreifache. Ihren Höhepunkt erreichte die Preismarke der Chalets im letzten Jahr bei 50.000 Lira (ca. 7600 Euro) pro Nacht. Extrawünsche und -leistungen erhöhen natürlich diese Kosten. Trotzdem sind die Chalets für sechs bis acht Personen sehr begehrt, seit Saisonstart waren sie so gut wie immer ausgebucht.

Die Errichtung der Chalets sei eine Reaktion auf zahlreiche Anfragen, sagt Yusuf Ayci, CEO zweier Hotels in Kartalkaya. "Sie kennen das aus Europa, jetzt müssen unsere Gäste nicht mehr ins Ausland. Sie erhalten in den Chalets Komfort und Service auf höchstem Niveau." Ein ganz eigenständiges Konzept habe man sich dafür überlegt, nicht nur Whirlpool, Sauna und Massagen, sondern ein besonders geschultes Personal, Sicherheitsregelungen und Sonderfahrzeuge seien den hohen Ansprüchen angepasst. Die Speisen bestünden ausschließlich aus regionalen Bioprodukten von hervorragender Qualität.

Das alles sei zuvor eine Lücke gewesen und die große Resonanz seiner gut betuchten Gäste bestätige ihr Projekt. Auch heute seien die Chalets wieder ausgebucht.

Preissturz Ende der Saison

Trotzdem bleibt ein Urlaub in Kartalkaya auch für Normalverdiener nicht utopisch. Gegen Ende der Saison, im März, fallen die Preise der Hotels um 40 bis 50 Prozent, erzählt Yusuf Avci. Wer also sparen will, meidet die beliebten Reisezeiten Silvester, Semesterferien und Feiertage.

Warum ist Kartalkaya so teuer?

Zum einen habe man das Skigebiet nur eine sehr kurze Saison in Betrieb, die laufenden Kosten müssten auf diesen Zeitraum umgelegt werden, sagt der Hotelier. Auf der anderen Seite investiere man sehr viel Geld für Neuerungen undden täglichen reibungslosen Ablauf des Skiabetriebs. "Alle Pisten sind 24/7 unter Kontrolle in Sachen Sicherheit, Transfer und Schneequalität. Wir verfügen über top Kunstschneeanlagen. Das Projekt sprechende Bäume funktioniert, so kann niemand bei uns verloren gehen. Ärzte, Krankenschwestern, Krankenwagen und Rettungshubschrauber stehen nonstop zu Diensten."

(Berna Ehrhardt)

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