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Kardinal Müller kritisiert Pells Missbrauchs-Verurteilung

13.3.2019 14:42 Uhr

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller kritisiert die Verurteilung seines Kollegen Pell, der in Australien zu sieben Jahren Haft wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde.

"Ich weiß auch nicht mehr als das, was in den Medien berichtet wird. Es ist aber schlimm, wenn nicht die Wahrheit die Reaktion der Menschen bestimmt, sondern die Parteilichkeit der Ideologie, der einer folgt", sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur in Rom. "Wie kann jemand für eine nicht bewiesene Tat verurteilt werden gerade auch mit Blick darauf, dass schon viele Menschen im Gefängnis waren, deren Unschuld sich später herausstellte."

Pell, der ehemalige Finanzchef des Vatikans, war in Australien in erster Instanz wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt worden. Am Mittwoch gab ein Gericht in Melbourne das Strafmaß gegen den 77-Jährigen bekannt: sechs Jahre Haft. Pell bestreitet alle Vorwürfe und geht gegen das Urteil in Berufung. Der Vatikan wollte sich am Mittwoch nicht zu dem Strafmaß äußern.

(be/dpa)