DHA

Kanzlerin Merkel verhindert Eskalation zwischen Türkei und Griechenland

23.7.2020 14:33 Uhr

Im Konflikt um die Exploration der Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer durch die Türkei steuerte man auf eine Eskalation mit Griechenland zu. Laut Medienberichten waren die Kriegsschiffe zwischen der Türkei und Griechenland schon unterwegs. Dann soll Bundeskanzlerin Merkel deeskalierend eingegriffen haben.

Am Montagmorgen gab es Signale aus der Türkei, dass man sich unter Vermittlung des deutschen Außenministers Heiko Maas an einen Tisch setzen wolle. Ziel war es, die Unstimmigkeiten im Mittelmeer wegen der Erdgasbohrungen vom Tisch zu bekommen. Außenminister Maas war auf dem Weg zu Gesprächen nach Athen. Wenig später kam die Meldung, dass die Türkei im Süden der Insel Kastellorizo, welche zu Griechenland gehört, nach Erdgas suchen wolle. Beide Länder – die Türkei und Griechenland – beanspruchen den Bereich als eigene Wirtschaftszone.

Im Tagesverlauf wurde von griechischer Seite gemeldet, dass man zwei Kampfjets vom Typ F16 der türkischen Luftwaffe gesichtet habe, welche die Insel überflogen. Das soll von Griechenland mit eigenen Jets beantwortet worden sein, die als Antwort aufstiegen. Am Montagmittwoch hatte sich Griechenland zu dem Schritt entschlossen, den Alarmzustand für seine Marineeinheiten auszurufen und auch den Rest des Militärs in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen. Konstantinos Floros brach als Generalstabschef seinen Urlaub ab und eine vollständige Urlaubssperre wurde für die Armee ausgesprochen. Griechenland begründete den Schritt damit, dass man verstärkte Militäraktivitäten bei Aksaz, der türkischen Marinebasis verortet habe.

Merkel entschärft Konflikt zwischen Türkei und Griechenland

Am Abend meldeten dann griechische Medien, man habe einen Verband von 18 Kriegsschiffen der Türkei ausgemacht, die Kurs auf Kastellorizo genommen hätten. Als Antwort seien griechische Kriegsschiffe in die Region entsandt worden. Das war der Punkt, an dem es wohl heikel wurde. Zwei Nachbarländer, NATO-Partner, die Kriegsschiffe entsenden, welche sich gegenüberstehen, ist eine Situation, die man so nicht haben will. Und genau in diesem, so wird es berichtet, griff Kanzlerin Angela Merkel zum Telefon, denn Außenminister Heiko Maas weilte noch in Athen.

Kanzlerin Merkel soll via Telefon zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem griechischen Amtskollegen Kyriakos Mitsotakis vermittelt haben, um die Situation zu entschärfen. Als Ergebnis wird berichtet, dass die Schiffe der Türkei beidrehten und wieder Kurs auf Aksaz einschlugen. Regierungssprecher haben bestätigt, dass diese Telefonate tatsächlich stattfanden und die Mittelmeer-Krise auf der Gesprächsagenda mit der Türkei und Griechenland gestanden hätten.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.