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Küstenwache fängt 330 Migranten auf dem Weg nach Lesbos ab

18.8.2019 17:44 Uhr

Bei insgesamt sieben Einsätzen in der Nacht zu Sonntag hat die türkische Küstenwache 330 Menschen festgenommen, die mit Booten Richtung Lesbos aufgebrochen waren.

Die Migranten seien mit Booten von der nordwesttürkischen Provinz Canakkale aus zur griechischen Insel Lesbos unterwegs gewesen. Unter ihnen seien Syrer, Afghanen und Palästinenser gewesen.

Zwischen Freitagmorgen und Sonntagmittag hatten in der Ägäis bereits 498 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln oder zum Festland übergesetzt. «Wir haben noch keine endgültigen Zahlen. Es kommen immer neue Boote an», sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Der Offizier vermutete, dass der erhöhte Zustrom von Migranten auf das gute Wetter zurückzuführen ist, das zurzeit in der Ägäis herrscht.

"Hotspots" hoffnungslos überfüllt

Die Registrierlager auf den griechischen Inseln, die sogenannten Hotspots, sind überfüllt. Dort harren mehr als 21 000 Menschen aus. Die Aufnahmekapazität liegt eigentlich bei 8900 Migranten. Die EU hatte 2016 mit der Türkei vereinbart, dass alle Migranten, die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen und kein Asyl in Griechenland bekommen, in die Türkei zurückgeschickt werden können.

Die konservative griechische Regierung will das Asylverfahren für Migranten beschleunigen. Wer kein Asyl bekommt, solle sofort in die Türkei zurückgeschickt werden. Aus diesem Grund soll zusätzliches Personal auf die Inseln geschickt werden, hatte die Regierung vergangene Woche angekündigt. Während der Amtszeit des am 7. Juli abgewählten linken Regierungschefs Alexis Tsipras dauerte die Bearbeitung der Asylanträge in vielen Fällen mehr als zwei Jahre.

(be/dpa)

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