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Küstenwache bringt 200 Migranten zurück

9.5.2019 23:21 Uhr

Nach Angaben einer Hilfsorganisation hat die libysche Küstenwache mehr als 200 Migranten im Mittelmeer aufgenommen. Sie wurden von der Küstenwache aufgenommen und zurück an die nordafrikanische Küste gebracht. Wo genau das Boot gefunden und wohin die Insassen gebracht wurden, teilte die Internationale Organisation ‎für Migration (IOM) nicht mit. Sie zeigte sich in ihrem Tweet vom Donnerstag aber "besorgt über die Rückführung und willkürliche Festnahme von Migranten in Libyen".

Libyen ist ein Transitland für Tausende von Migranten auf dem Weg nach Europa. Immer wieder kommen Menschen auf der gefährlichen Überfahrt ums Leben oder werden gerettet. Viele von ihnen lebten in Lagern schon vor dem neuen Gewaltausbruch in Libyen oft unter unmenschlichen Umständen. Wegen der Kämpfe rivalisierender Gruppen sind dort nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR derzeit mehr als 3300 Menschen in Gefahr. Auch die EU setzt auf die libysche Küstenwache, um Migranten an der Fahrt nach Europa zu hindern.

Haftar vs. al-Sarradsch

In Libyen kämpfen Truppen des Generals Chalifa Haftar gegen die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch. Beide Seiten ringen um die Macht in dem ölreichen Land. Haftar hatte im April den Befehl für einen Angriff auf die Hauptstadt Tripolis gegeben, wo die Sarradsch-Regierung sitzt.

Haftar gibt die Offensive als Kampf gegen Terrororganisationen aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bei jüngsten Kämpfen um Tripolis rund 440 Menschen getötet, mehr als 2000 verletzt und fast 60 000 Menschen vertrieben. Ärzte ohne Grenzen zufolge wurde dort bei einem Luftangriff auch ein Flüchtlingslager getroffen, in dem etwa 600 Menschen festgehalten werden.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübte im Süden des Landes einen weiteren Angriff. Bei der Attacke wurden drei Sicherheitskräfte getötet, die von Haftar-nahen Truppen kontrolliert wurden. Der IS bekannte sich zu dem Angriff. Am Samstag hatten IS-Kämpfer in der Nähe bereits acht Soldaten der Truppen Haftars getötet.

(an/dpa)