Gürsel Köksal / Hürriyet

Künstler Mehmet Güler mit “Leuchtkraft”-Ausstellung in der documenta-Halle

31.5.2019 16:47 Uhr

Mehmet Güler zählt zu den einflussreichsten Künstlern der Türkei - und das, obwohl der Künstler bereits seit vielen Jahren in Kassel lebt und malt. Am Freitag wurde seine neue Ausstellung "Leuchtkraft" in einer Halle der documenta eröffnet. Sie zeigt Werke aus all seinen Schaffensphasen und lockt zahlreiche prominente Gäste an - wie Bundestagspräsidentin Claudia Roth.

Der Name der Ausstellung "Leuchtkraft" ist Programm. Wohin das Auge in der riesigen Halle fällt, sieht man strahlende Farben und lebendige Muster. Doch unter den rund 100 Ausstellungsstücken finden sich auch ungewöhnliche Holzschnitte - und sogar Skulpturen, die Güler oftmals aus Metall fertigt.

(Bild: Gürsel Köksal)

Fünf Jahrzehnte der Kunst

Schon seitdem er ein junger Mann war, wollte Mehmet Güler Maler werden. Seine künstlerische Handschrift zeigt sein durch zwei so verschiedene Kulturen geprägtes Weltbild. Die satten Farben seiner ersten Heimat, der Türkei, treffen auf Goethe, Heine und Co. und nehmen die Besucher auf eine ganz besondere Reise mit.

(Bild: Gürsel Köksal)

So versteckten sich in Zeichnungen scheinbar alltäglicher Gegenstände plötzlich Zitate und handschriftliche Notizen, die man erst auf den zweiten oder dritten Blick entdeckt. Dadurch schafft Güler es, mit seiner Kunst Gegensätze zu schaffen, die am Ende zeigen, dass wir doch nicht so verschieden sind.

Eröffnung durch Claudia Roth

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die bekannt ist für ihre leidenschaftliche Verbindung mit der Türkei, eröffnete die "Leuchtkraft"-Ausstellung am Freitag. Für sie sei es faszinierend zu sehen, "wie Mehmet Güler kulturelle Brücken zwischen seiner Wurzel in Anatolien und seiner Wahlheimat Kassel schlägt".

Die Ausstellung wird vom KulturNetz Kassel organisiert und wird unter anderem vom Hessischen Minsterium für Wissenschaft und Kunst sowie der Stadt Kassel unterstützt.

(Bild: Gürsel Köksal)

Über Mehmet Güler

Geboren wurde Güler 1944 in Malatya. Schon als Junge wollte er Maler werden und bastelte sich seine Pinsel aus Tierhaaren und Stöckchen. Später studierte Güler an der Gazi-Universität in Ankara und kam in späteren Jahren für ein Aufbaustudium nach Kassel. Dort hat der Künstler seit 1977 auch seinen Lebensmittelpunkt. Nach diversen Lehrstühlen entschied sich Mehmet Güler dazu, als freischaffender Künstler zu arbeiten - die richtige Entscheidung, wie über 200 Ausstellungen und zahlreiche Publikationen beweisen.

Seine Werke finden sich heute in Museen wie der Graphothek Kassel oder den Staatlichen Museen Kassel und in vielen staatlichen Ministerien wie in Ankara oder Wiesbaden.

Die "Leuchtkraft"-Ausstellung läuft bis zum 16. Juni. Der Eintritt ist kostenlos.


(Berna Ehrhardt)