dpa

Künftig kostet ein Standardbrief 80 Cent

30.6.2019 12:38 Uhr

Schreib mal wieder - aber greif dafür tiefer in die Tasche: Vom 1. Juli an wird Briefe zu verschicken teurer - und zwar um 10 Cent. Ein Standardbrief kostet dann 80 Cent. Bei Postkarten ist die Steigerung noch krasser: von 45 auf 60 Cent.

Ein Kompaktbrief mit einem Höchstgewicht von 50 Gramm ist mit 95 Cent (bisher 85) zu frankieren und ein bis zu einem halben Kilo schwerer Großbrief mit 1,55 Euro (bislang 1,45).

Es ist die erste Erhöhung seit 2016, sie kommt ein halbes Jahr später als erwartet: Ursprünglich wollte die Post Anfang Januar mit den Preisen anziehen, wurde aber von der zuständigen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, vorübergehend ausgebremst. Die Post begründet die Erhöhung mit den jährlich um zwei bis drei Prozent sinkenden Briefmengen und zugleich höheren Personalkosten - daher sind mehr Einnahmen pro Brief aus ihrer Sicht notwendig.

Kritik von Konkurrenz

Der sogenannte Preiserhöhungsrahmen liegt bei 10,6 Prozent - rechnet man also das Porto aller Sendungen in den verschiedenen Arten zusammen, wird es entsprechend teurer. Ursprünglich wollte die Bundesnetzagentur einen niedrigeren Erhöhungsrahmen zulassen. Nach einer Gesetzesänderung musste der Regulierer seine Vorgaben aber neu berechnen und kam dann auf den höheren Wert.

Konkurrierende Paketdienste kritisierten die höheren Briefpreise scharf: Sie monieren, dass der Bonner Konzern dadurch mehr Geld hat, das er in seine Paketsparte investieren kann. Das verhindert aus ihrer Sicht einen fairen Wettbewerb. Wie viel Geld die Portoerhöhung der Post bringt, ist unklar. Schätzungen zufolge dürfte es sich um einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag handeln.

(be/dpa)

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