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Käse zum Verkaufsschlager: Syrer im Saarland

27.12.2018 9:17 Uhr

Mit seiner Familie aus syrischer Heimat flüchtete Abdul Saymoa vor vier Jahren. Inzwischen ist er ein erfogreicher Geschäftsmann geworden.

Abdul Saymoa (26) hat seine Liebe zum Käse zu einem florierenden Geschäft gemacht. Der Syrer kam vor vier Jahren nach Deutschland und vermisste den Käse aus seiner Heimat. Deshalb begann er, das Milchprodukt selbst herzustellen.

Die erste syrische Käserei

"Seit Sommer haben wir hier die erste syrische Käserei in Deutschland", sagt Saymoa. 1000 Liter Milch verarbeitet die Käserei "Cham Saar" inzwischen täglich zu 180 bis 200 Kilo Käse. "Ich könnte 5000 Kilo Käse am Tag machen und die gehen sofort weg." Hauptkunden sind arabische oder türkische Geschäfte oder Großhändler in Deutschland, in den Niederlanden und Schweden. "Ich habe einen Großhändler in Hessen, der hat gesagt: ´Gib, was du kannst, ich nehme alles´", erzählt Saymoa.

Hilfe bekam Saymoa von der Familie Riehm vom Georgshof im nahen Uchtelfangen. Dort kaufte der Syrer von Anfang an seine Milch. Alle paar Tage kam er auf den Hof - und holte 30, 40 Liter in Milchkannen. Familie Riehm rätselte: Was macht der Mann bloß mit der ganzen Milch? Man kam ins Gespräch und erfuhr, dass Saymoa jede Menge Käse für sich machte. "Daraus entstand dann die Geschäftsidee", sagt Anna Riehm, die mit Saymoa zusammen die Geschäfte der Käserei führt. "Ich war von Anfang an begeistert. Die Idee an sich war mega, weil es so etwas noch nicht gab", erzählt sie.

Die verschiedenen Sorten

Bisher wurden die Käsesorten importiert. Käse der "Cham Saar" ist besonders: Da ist die Sorte "Chalali" - Weichkäsefäden, die wie Spaghetti aussehen und ein bisschen wie Mozzarella schmecken, nur salziger. Dann gibt es den Frischkäse "Sourki". Saymoa bevorzugt die Weichkäsewürfel "Baladia", die man gegrillt oder gekocht essen kann: "Das ist mein Lieblingskäse."

Die Flucht

Der zweifache Vater Saymoa war nach seiner Flucht aus Syrien 2014 von Ägypten auf einem Boot nach Italien gekommen. Mit seiner Frau, seiner Schwägerin und deren drei Kindern. "Wir waren 14 Tage auf dem Boot", erzählt er. Dann ging es weiter nach Deutschland und dort nach Illingen, wo der Jungunternehmer inzwischen drei Angestellte in Vollzeit beschäftigt.

(be/dpa)