epa/Ahmed Mardnli

Kämpfe werden immer brutaler

7.6.2019 13:36 Uhr

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Syrien werden immer brutaler und bringen Ziviliste an den Rand einer humanitären Katastrophe. Hunderttausende Menschen seien im Nordwesten des Landes vertrieben worden, berichtete die UN-Nothilfekoordinatorin für Syrien, Najat Rochdi, am Freitag in Genf. UN-Mitarbeiter hätten aus erster Hand aus der Region von der "erschreckenden Brutalität" auf allen Seiten berichtet.

"Drei Millionen Menschen in Idlib brauchen Schutz", sagte sie. "Eine humanitäre Katastrophe ist eine ernste Gefahr, wenn die Gewalt nicht aufhört." Auch der Kampf gegen den Terrorismus entbinde niemanden davon, das humanitäre Völkerrecht aufrechtzuerhalten und zivile Einrichtungen zu schonen. Angriffe auf Schulen, Kliniken, Märkte und Gotteshäuser könnten Kriegsverbrechen sein.

Opfer sind die Kinder

Rochdi appellierte zudem an die Staatengemeinschaft, eine dauerhafte Lösung für die Frauen und Kinder zu finden, die etwa im Lager Al-Hol in Nordostsyrien ausharren. Viele sind mit Kämpfern der Terrormiliz IS verheiratet gewesen. Mehr als 90 Prozent der 72 000 Insassen seien Frauen und Kinder, sagte Rochdi. "Die Kinder sind Opfer, und müssen auch so behandelt werden", sagte sie. Auch im Lager Rukban an der Grenze zu Jordanien sei die Lage dramatisch. Die 29 000 Bewohner hätten nicht genug zu essen und zum Leben.

(an/dpa)