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Kanadas Umweltministerin wegen Anfeindungen unter Polizeischutz

8.9.2019 16:57 Uhr

Weil sie sich für eine sinnvolle Klimaschutzpolitik stark macht, musste die kanadische Umweltministerin Catherine McKenna unter Polizeischutz gestellt werden. Die Welle von Beschimpfungen und Anfeindungen im Zusammenhang mit ihrer Klimaschutzpolitik ließ keinen anderen Weg mehr zu.

"Der lautstarke Sexismus und die hasserfüllten Kommentare gegen die Menschen, die gegen den Klimawandel arbeiten, sind inakzeptabel", erklärte McKenna am Samstag (Ortszeit) die für Kanada ungewöhnlichen Schutzvorkehrungen, die vorübergehend gelten sollen, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Ministerin wurde in jüngster Zeit immer wieder in Online-Netzwerken sowie auf offener Straße angefeindet. So berichtete McKenna unlängst, dass jemand sie aus einem Auto wüst beschimpft habe, als sie mit ihren Kindern vor einem Kino gestanden habe.

"Volksfeindin"

In Online-Netzwerken wurde sie als "Klima-Barbie" oder gar "Volksfeindin" und "Müll" beleidigt.In McKennas Verantwortung wurde Kanadas Klimaschutzziel festgelegt, den nationalen CO2-Ausstoß bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 zu verringern. Der Klimaschutz zeichnet sich bereits als besonders umstrittenes Wahlkampfthema vor der Parlamentswahl in Kanada im Oktober ab.

Klimapolitik eines der Hauptthemen im Wahlkampf

Die beiden größten Parteien des nordamerikanischen Landes, die in Umfragen Kopf an Kopf liegen, vertreten bei diesem Thema vollkommen gegensätzliche Positionen. Premierminister Justin Trudeau, der eine zweite Amtszeit anstrebt, will den Kampf gegen die Erderwärmung weiter vorantreiben. Sein konservativer Rivale Andrew Scheer hat hingegen angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die CO2-Steuer in Kanada sofort abzuschaffen.In Kanada stehen Spitzenpolitiker in der Regel nicht unter Polizeischutz. Vielmehr kann man in Ottawa Minister oft auf dem Fahrrad oder im Supermarkt begegnen.

(be/afp)

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