epa/Amando Babani

Kabinett billigt Militärrabbiner

11.12.2019 13:42 Uhr

Die Pläne zur Einführung von Militärrabbinern für die Bundeswehr sind einen Schritt weiter. Nun hat das Bundeskabinett seine Zustimmung erteilt. Die Ministerrunde beschloss am Mittwoch in Berlin, dass dazu ein Vertrag über Militärseelsorge mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland geschlossen werden soll.

Militärrabbiner sollten die "Seelsorge für jüdische Soldaten, aber auch für alle Soldaten, unabhängig von der Konfession, gewährleisten", hieß es in der Beschlussvorlage, die der dpa vorlag. Sie sollten Aus- und Fortbildungen begleiten, Schriften zu ethischen Fragen verfassen und in die Bundeswehr als Institution hineinwirken.

Keine Dokumentation der Religionszugehörigkeit

"Auf diesem Wege kann das Verständnis für das Judentum und die jüdische Gemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland gefördert werden", hieß es weiter. Der Bundestag muss erst noch zustimmen.

Die Bundeswehr dokumentiert die Religionszugehörigkeit ihrer Soldaten nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass es etwa 300 Juden und rund 94 000 Christen in der Bundeswehr gibt. Die Zahl der Muslime wird auf 3000 geschätzt. Gespräche über eine Seelsorge auch für Muslime laufen, sind aber wegen der unterschiedlichen Organisationsformen der islamischen Glaubensverbände schwieriger.

(an/dpa)

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