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K-Pop: Zuhälter, Sex und Drogen - Schwere Vorwürfe gegen Seungri und Jung

14.3.2019 14:14 Uhr

In der K-Pop-Branche geht es heftig zu seit dem Chatraum-Nachrichten von bekannten Sängern in die Öffentlichkeit gerieten.

Zwei bekannte Sänger mussten sich am Donnerstag in zwei unterschiedlichen Fällen Fragen der Polizei in Seoul stellen. Zum einen erschüttert ein Skandal um heimlich gedrehte Sexvideos die Musikszene des asiatischen Landes, zum anderen geht es um Vorwürfe der Zuhälterei.

Zuhälter- und Drogen-Skandal des koreanischen "Great Gatsbys" Seungri

Am Wochenende waren Vorwürfe gegen den 28-jährigen Sänger Seungri von der Boyband BIGBANG laut geworden, wonach der auch als Geschäftsmann tätige Sänger Prostituierte in Nachtclubs in Seouls Nobelbezirk Gangnam an mögliche Investoren vermittelte. Die Polizei untersucht, ob der Nachtclub "Burning Sun", in dem Seungri als PR-Direktor tätig war, in illegalen Drogenkonsum, sexuelle Übergriffe und Korruption der Polizei verwickelt war. Das Personal des Clubs soll Frauen nach Verabreichung von Drogen und Alkohol sexuell missbraucht und mit versteckten Kameras gefilmt haben. Prostitution ist in Südkorea illegal, was zu einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren führen kann.

Seungri (bürgerlicher Name: Lee Seung Hyun) entschuldigte sich nach Berichten südkoreanischer Sender dafür, Ärger verursacht zu haben, als er vor dem Büro der Seouler Polizeibehörde erschien. Er hatte Anfang der Woche seinen Rücktritt vom Showgeschäft verkündet, wies die Vorwürfe aber zurück.

Seungri ist seit 2006 Mitglied der fünfköpfigen Band BIGBANG die zu den größten Acts des K-Pop zählt. Als Folge des Skandals sanken die Anteile seines Plattenlabels YG Entertainment um fast 16%.

Chaträume mit heimlich gefilmten Material sexueller Art

Ärger gibt es auch um und für den Sänger und Fernsehstar Jung Joon Young. Er hat bereits gestanden, Frauen beim Sex mit ihm gefilmt zu haben. Die Aufnahmen sowie Fotos soll er in privaten Chaträumen mit Freunden geteilt haben. Nach Recherchen des Senders SBS waren er und Seungri einer von vielen männlichen Künstlern eines Chatrooms, wo heimlich gefilmtes Material sexueller Art mit mindestens zehn Frauen geteilt wurden.

Bei der Ankunft vor der Polizei sagte Jung, er werde mit den Ermittlern kooperieren. Auch sagte er, dass er sich aus dem Musik- und Fernsehgeschäft zurückziehen werde.

Weitere Sänger verlassen die koreanische Musikbranche

Weitere Sänger verlassen wie Dominosteine die Musikbranche: Einem weiteren K-Pop-Sänger Yong Junhyung wurde vorgeworfen, sich bei den privaten Chatrooms mitbeteiligt zu haben. Der Rapper von Highlight gab schließlich seine Beteiligung zu und verließ seine Band.

Jüngsten Medienberichten zufolge kamen auch Chatnachrichten zwischen Jung Joon Young und Mitglied der koreanischen Band CNBLUE Lee Jonhyun in die Öffentlichkeit, die für viel Kritik sorgen.

Neben den Nachrichten mit den sexuellen Materialien wurde außerdem ein Korruptions-Skandal mit der Polizei eines weiteren Sängers ans Licht gebracht. Choi Jonghoon von FTISLAND soll im März 2016 beim betrunkenen Autofahren zwar erwischt, aber nicht verhaftet worden sein. In dem Chatraum mit Seungri, Jung Joon Young und Co. soll sich Choi Jonghoon für die Hilfe eines Mitglieds bei der Korruption bedankt haben.

Pop aus Südkorea

Mit K-Pop werden vor allem Girlgroups wie Girls' Generation und Boybands wie BTS verbunden. Die Musiker sehen in der Regel sehr gestylt aus, was ihr glattpoliertes Image unterstützt. K-Pop wurde in den vergangenen Jahren weltweit bekannt - um die Musik herum hat sich eine eigene Industrie für modische Accessoires entwickelt.

(gi)