epa/Katia Christodoulou

Justizminister Nikolaou zurückgetreten

2.5.2019 22:35 Uhr

Am Donnerstag ist der zypriotische Justizminister Ionas Nikolaou zurückgetreten. Grund ist die Mordserie auf der Touristeninsel. Zuvor hatten ihm die Opposition und ein großer Teil der Presse vorgeworfen, sich nicht ausreichend um Vermisstenanzeigen gekümmert zu haben.

Ein Serienmörder soll seit 2016 mindestens fünf Frauen und zwei Kinder getötet haben. "Der Staatspräsident hat meinen Rücktritt angenommen", sagte der Justizminister im Staatsfernsehen (RIK). Er sei zwar nicht direkt für Polizeithemen zuständig, er trete aber zurück aus politischem Verantwortungsbewusstsein, fügte er hinzu.

Bürger zweiter Klasse

Die Opfer stammten aus asiatischen Staaten und Rumänien und hatten als Hausgehilfen auf Zypern gearbeitet. Sie waren als vermisst gemeldet worden. Die Polizei habe sich aber nicht um sie gekümmert, weil sie als eine Art "Bürger zweiter Klasse" galten, monierten die linke Oppositionspartei AKEL und zahlreiche Kommentatoren der zyprischen Presse.

Die Mordserie erschüttert seit fast drei Wochen die Touristeninsel. Ein 35 Jahre alter Mann – ein Hauptmann der zyprischen Nationalgarde - hat Berichten des Staatsrundfunks zufolge gestanden, fünf Frauen und zwei Mädchen getötet zu haben. Zuletzt hatte die Polizei den Angaben zufolge die Leichen von vier Frauen entdeckt. Die meisten seiner Opfer soll der Serienmörder in einem Baggersee verscharrt haben. Tauscher suchen nach den drei noch fehlenden Leichen. Die Ermittler befürchten, dass der mutmaßliche Täter noch mehr Frauen getötet haben könnte.

(an/dpa)