imago/Winfried Rothermel

Junge Frauen flüchten aus Saudi-Arabien

16.2.2019 10:21 Uhr

Was tun Kinder, die nur mit harter Hand, Bestrafungen und fortwährender Bevormundung von den Eltern "erzogen" werden? Sie verlassen oft das Elternhaus so früh es geht. Das erfährt gerade Saudi-Arabien. Immer mehr Saudis verlassen das erzkonservative Land und ersuchen um Asyl in Deutschland oder anderen Ländern der EU. Besonders junge Frau sind in der Abwanderungsgruppe stark vertreten, die ihre Freiheit leben und die Ketten der Permanentbevormundung abstreifen wollen.

Immer mehr Menschen aus Saudi-Arabien fliehen aus dem erzkonservativen Königreich und beantragen Asyl in Deutschland und anderen EU-Ländern. Ihre Zahl habe sich weltweit im Jahr 2017 verdreifacht, sagte ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation Amnesty International der Deutschen Presse-Agentur. Die steigende Zahl von Asylsuchenden und die Unterdrückung von Aktivisten und Kritikern der Regierung seien ein alarmierendes Zeichen für die Meinungsfreiheit in Saudi-Arabien.

EU-Parlament fordert Abschaffung des Vormundschaftssystems

Verglichen mit den insgesamt etwa 130 000 Asylanträgen allein im vergangenen Jahr in Deutschland ist die Zahl der Gesuche aus Saudi-Arabien allerdings gering. In den vergangenen vier Jahren beantragten in Deutschland nach Angaben des europäischen Statistikamts Eurostat etwa 180 Menschen aus Saudi-Arabien Asyl in Deutschland. Europaweit waren es demnach knapp 700 Anträge. Allerdings gab es in den vier Jahren zuvor - von 2011 bis 2014 - nur 15 (Europa: 210) Anträge.

Vor allem junge Frauen versuchen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten verstärkt, aus dem Land zu fliehen. Sie dürfen in Saudi-Arabien nur mit Erlaubnis eines männlichen Vormunds einen Pass beantragen, das Land verlassen oder heiraten. Erst am Donnerstag hatte das EU-Parlament die saudische Regierung aufgefordert, das Vormundschaftssystem umgehend abzuschaffen.

(ce/dpa)

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