epa/ Daniel Perez

Jules im Brunnenschacht: Noch zweieinhalb Meter fehlen

25.1.2019 9:36 Uhr

Der Countdown läuft, die Bergarbeiter in Spanien arbeiten auf Hochtouren: Der zweijährige Julen, der vor knapp zwei Wochen im spanischen Totalán einen illegalen Brunnenschacht fiel, wird höchstwahrscheinlich im Laufe des Tages gefunden werden. Noch knapp zweieinhalb Meter fehlen im vertikalen Tunnel, der gebaut wurde, um zu der Stelle zu gelangen, an der der Junge vermutet wird. Obwohl es immer noch kein Lebenszeichen von ihm gibt, bleibt ein kleiner Rest Hoffnung, ihn lebend zu finden.

Bei der Suche nach dem kleinen Julen an einem tiefen Brunnenschacht in Südspanien läuft der Countdown. Ein achtköpfiges Team von Bergarbeitern war am Freitagmorgen noch knappe zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt, an der der seit zwölf Tagen verschollene Zweijährige vermutet wird. Die Männer, die im andalusischen Totalán seit Donnerstagabend in einem rund 80 Meter tiefen Rettungsschacht unter schwierigsten Bedingungen einen waagerechten Tunnel graben, hätten in etwas mehr als zwölf Stunden rund eineinhalb von insgesamt 3,8 Metern geschafft, berichteten Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Man hoffte, den Jungen noch im Laufe des Freitags bergen zu können.

Lebt Julen noch?

Von dem Kind gab es weiterhin kein Lebenszeichen. Man hofft, dass es noch am Leben sein könnte. Julen soll am 13. Januar bei einem Ausflug mit seinen Eltern in einen 107 Meter tiefen, illegal gegrabenen Schacht gefallen sein. Weil das Loch nur einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern hat, hatten die Retter entschieden, einen parallelen Schacht auszuheben, um zu Julen vorzudringen. Er wird in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern vermutet.

Extreme schwere Bedingungen

Verschiedene Probleme - darunter der unebene, schwer zugängliche Unglücksort am Hügel Cerro de la Corona unweit der Küstenstadt Málaga sowie die Härte des Bodens - hatten die Arbeiten immer wieder verzögert. Weil die Bergarbeiter auch in der Nacht zum Freitag auf extrem harten Felsen gestoßen seien, seien zwei Mikrosprengungen zur Lockerung des Bodens durchgeführt worden, berichteten die Zeitung "La Vanguardia" und andere spanische Medien unter Berufung auf die Vertretung der Madrider Zentralregierung in Andalusien.

Die Bergarbeiter, erfahrene Spezialisten aus der nordspanischen Kohleregion Asturien, arbeiten aus Sicherheitsgründen vorwiegend mit Spitzhacken und Presslufthämmern. Die Zweierteams werden mit einer speziellen Kapsel in den Schacht herabgelassen und lösen sich alle 30 bis 40 Minuten ab. Die Bedingungen seien extrem, wegen der Enge könnten die Männer nur knieend oder liegend graben, hieß es.

(sis/dpa)