dpa

Jugendämter werden wegen mehr Fällen von Misshandlung aktiv

16.8.2019 15:11 Uhr

Im vergangenen Jahr sind die Jugendämter bei mehr Fällen von möglicher körperlicher oder psychischer Kindesmisshandlung eingeschritten.

Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen aus diesem Grund stieg um ein Viertel oder rund 1200, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Dabei werden Minderjährige vorübergehend ins Heim oder in eine Pflegefamilie gebracht. Am häufigsten schritten Jugendämter wegen Überforderung eines oder beider Elternteile ein, wie das Bundesamt mitteilte. Dies geschah in rund 17 700 Fällen.

Die Gesamtzahl der Maßnahmen betrug 52.590 und sank um 14 Prozent. Grund sei ein Rückgang der Fälle von unbegleitet eingereisten, minderjährigen Flüchtlingen um 46 Prozent oder rund 10 300. Insgesamt waren Jugendliche den Angaben zufolge von Inobhutnahmen in rund 31 200 Fällen betroffen, Kinder in knapp 21 400 Fällen.

Die Maßnahmen sollen als vorläufiger Schutz dienen. In knapp jedem vierten Fall waren die Kinder oder Jugendlichen unmittelbar zuvor von Zuhause ausgerissen, also von ihrer Familie, ihrer Pflegefamilie oder aus einem Heim. In 36 Prozent der Fälle konnten sie zurückkehren. In 30 Prozent der Fälle mussten sie anderweitig untergebracht werden.

(gi/dpa)

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