imago images / Sven Simon

Jones kritisiert DFB ein Jahr nach ihrem Aus

8.6.2019 15:27 Uhr

Es dauert rund ein Jahr, bis Steffi Jones - ehemalige Bundestrainerin der Fußball-Frauen - den DFB kritisierte. Ihr fehlte es an Support und zudem monierte sie, von den Medien "schlimm attackiert" worden zu sein. Auch Neid und Missgunst habe es ihr gegenüber gegeben. Bisher hat der DFB nicht auf die Vorwürfe reagiert.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" beklagte die Weltmeisterin von 2003 zum Start der WM in Frankreich fehlende Unterstützung durch den Verband in ihren 19 Monaten als Verantwortliche für das Nationalteam. Jones hatte nach dem Olympia-Gold von Rio de Janeiro die Nachfolge von Silvia Neid übernommen und musste ein neues Team formen. "Ich wurde teilweise von den Medien so schlimm attackiert, dass ich vom DFB erwartet hätte, dass er das mit dem Umbruch erklärt hätte, dass dieser seine Zeit benötigt", sagte die gebürtige Frankfurterin. "Für mich fühlte es sich so an, als ob alle froh waren, dass ich versage." Im März vergangenen Jahres trennte sich der DFB von Jones.

Zeit von Neid und Missgunst geprägt

Die Zeit als Bundestrainerin bezeichnete sie als "die schwerste in meiner Karriere, weil sie von Anfang von Neid und Missgunst geprägt war". Alle wollten sich bestätigten sehen, dass sie versage. "Da kämpft man gegen Windmühlen, die man nicht besiegen kann." Jones´ Berufung zur Bundestrainerin durch den DFB hatte überrascht, da die sechsmalige deutsche Meisterin noch keine Erfahrung als Cheftrainerin hatte. Zuvor hatte sie beim DFB als OK-Chefin für die Frauen-WM 2011 und anschließend als Direktorin gearbeitet.

Sie habe ihre Erkenntnisse und Konsequenzen aus der Bundestrainer-Zeit gezogen, meinte Jones. So sei sie nicht zum DFB zurückgekehrt, sie habe sich von Menschen aus ihrem damals engen Umfeld distanziert. Menschen, die nicht "so loyal waren, wie ich dachte. Und das waren einige."

(ce/dpa)

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