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Johnson weist Vorwürfe wegen sexueller Belästigung zurück

30.9.2019 16:09 Uhr

Gerichtliche Schlappen, Ärger mit der eigenen Partei und jetzt das: zwei Frauen werfen dem britischen Premierminister Boris Johnson sexuelle Belästigung vor. Der weist die Vorwürfe weit von sich.

"Die Behauptung ist unwahr", erklärte Johnsons Büro am Sonntagabend. Zuvor hatte die Journalistin Charlotte Edwardes dem heutigen Regierungschef in einem Beitrag für die "Sunday Times" vorgeworfen, sie bei einem Abendessen vor 20 Jahren unangemessen berührt zu haben. Zu dem Vorfall war es laut Edwardes während einer Feier gekommen, zu der die "Sunday Times" eingeladen hatte. Johnson war zu dieser Zeit ebenfalls als Journalist tätig. Unter dem Tisch habe Johnson seine Hand auf ihren Oberschenkel gelegt und sie gekniffen, berichtete Edwardes. Später habe ihr eine andere Frau erzählt, dass ihr dasselbe widerfahren sei.

"Schlechteres Gedächtnis als ich"

Auf das Dementi aus Downing Street reagierte Edwardes umgehend: "Wenn der Premierminister sich nicht an den Vorfall erinnert, hat er offensichtlich ein schlechteres Gedächtnis als ich", schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter. Viele Zeitungen griffen Edwardes´ Anschuldigungen auf. "Ein Machtmissbrauch", schrieb etwa der "Daily Mirror".

Unternehmerin wegen Affäre begünstigt?

Johnson droht bereits in einem anderen Fall Ärger mit der Justiz: Einem Bericht der "Sunday Times" zufolge soll Johnson in seiner Zeit als Londoner Bürgermeister die US-Unternehmerin Jennifer Arcuri begünstigt haben, mit der er eine Affäre gehabt haben soll. Demnach erhielt Arcuri zwischen 2016 und 2018 hohe Fördergelder und wurde bei Auslandsreisen Johnsons bevorzugt. Die Regionalregierung ließ nach eigenen Angaben bereits prüfen, ob es hinreichende Gründe für ein Strafverfahren gegen Johnson wegen eines mutmaßlichen Interessenkonflikts gebe. Die zuständige Behörde bestätigte dies.

(be/afp)

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