epa/Clemens Bilan

Jörg Meuthen wollte Brief zu Hanau schwächer gestalten

28.2.2020 22:11 Uhr

Kritisch sieht AfD-Chef Jörg Meuthen eine Formulierung in einem von ihm mit verschickten Brief an die Parteimitglieder zum Anschlag von Hanau. In dem Schreiben hatte die AfD-Spitze den Angriff als ein «rassistisches Verbrechen» bezeichnet. Nun sagte Meuthen dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», er habe den Ausdruck «unglücklich, weil unvollständig» gefunden. «Es bleibt die Tat eines Irren, wie ich anfangs twitterte.»

Das heiße aber nicht, dass die Tat nicht auch rassistisch motiviert gewesen sei, zitierte das Magazin den Politiker weiter. «Die Frage ist, was handlungs­leitend war, und da bleibe ich bei meiner Annahme, dass es die psychische Krankheit war.»

Brief löste erhebliche Unmut aus

Der «Spiegel» berichtete, Meuthen habe nicht gewollt, dass in dem Schreiben von einem «rassistischen Verbrechen» gesprochen werde - dabei berief das Magazin sich auf namentlich nicht genannte Personen, die an der Arbeit an dem Brief beteiligt gewesen sein sollen. Meuthen habe dies dem «Spiegel» mit der oben genannten Begründung bestätigt. Meuthen habe auch bestätigt, dass er Co-Parteichef Tino Chrupalla gewarnt habe: «Der Brief wird erheblichen Unmut auslösen.» Dennoch stehe er gemeinsam mit ihm zu dem Brief, sagte Meuthen demnach.

Im hessischen Hanau hatte ein Deutscher zehn Menschen und sich selbst erschossen. Neun Opfer haben ausländische Wurzeln. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank. Politiker verschiedener Parteien warfen in der Folge der AfD vor, den Boden zu bereiten für Gewalttaten von Rassisten und Antisemiten. Die Partei weist das von sich. In ihrem Brief an die AfD-Mitglieder hatten Meuthen und Chrupalla geschrieben, man müsse sich auch fragen, «warum es unserem politischen Gegnern gelingt, uns überhaupt mit solch einem Verbrechen in Verbindung zu bringen».

(an/dpa)

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