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Jersey City: Bürgermeister geht von gezieltem Angriff auf jüdischen Laden aus

11.12.2019 15:15 Uhr

Der Bürgermeister von Jersey City, Steven Fulop, geht bei der Schießerei mit sechs Toten mittlerweile von einem gezielten Angriff auf einen jüdischen Gemischtwarenladen aus.

"Vergangene Nacht wurde nach einer umfassenden Überprüfung der Aufnahmen unserer Überwachungskameras deutlich, dass diese beiden Personen es auf das koschere Lebensmittelgeschäft abgesehen hatten", schrieb Bürgermeister Steven Fulop am Mittwoch auf Twitter. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach im Namen des israelischen Volkes den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Ersten Ermittlungsergebnissen widersprochen

Nach Fulops Darstellung fielen Schüsse und zwei Polizisten, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, hinderten demnach die beiden mutmaßlichen Täter daran, den Laden zu verlassen und weitere Zivilisten anzugreifen. "In Jersey City gab es niemals Platz für Hass und Antisemitismus und es wird niemals Platz dafür bieten." Die neuen Erkenntnisse widersprechen ersten Ermittlungsergebnissen vom Dienstag, wonach die Bluttat sich aus einer Mordermittlung auf einem nahen Friedhof entwickelte.

Bei dem Vorfall am Dienstag in Jersey City starben neben einem Polizisten und den beiden mutmaßlichen Tätern Behörden zufolge drei Zivilisten, die sich in dem jüdischen Gemischtwarenladen aufgehalten hatten. Über mehrere Stunden entwickelte sich ein teils schweres Feuergefecht. Auf online kursierenden Videos waren laute Schüsse zu hören und über der Stadt kreisende Hubschrauber zu sehen. Zeugen berichteten von immer wieder einsetzenden Schusswechseln.

Vier Stunden Alarm

Ein Großaufgebot der Polizei riegelte die Straßen ab und brachte Menschen in Sicherheit. Am Ort wurden auch Beamte des FBI und Spezialeinheiten gesehen. Angrenzende Schulen waren sofort gesichert worden, sagte Fulop. Nach Angaben des Chefs der Polizei in Jersey City, Michael Kelly, dauerte es insgesamt vier Stunden, bis die Situation aufgelöst wurde.

Bürgermeister Fulop schrieb am Mittwoch auf Twitter weiter, dass es gegenwärtig keine weiteren "glaubwürdigen Bedrohungen" in der Stadt gebe. Trotzdem werde die Polizeipräsenz aus Sicherheitsgründen zunächst erhöht.

(be/dpa)

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