Andreas Arnold/dpa

Jens Söring in Frankfurt gelandet

17.12.2019 14:21 Uhr

Nach fast dreieinhalb Jahrzehnten hat Jens Söring wieder deutschen Boden unter den Füßen. Der in der USA wegen eines Doppelmordes verurteilte 53-Jährige hat nach seiner Abschiebung Frankfurt erreicht. Am Flughafen wurde er von einer großen Menge an Journalisten sowie von seinen Unterstützern erwartet, die sich teilweise mehr als ein Jahrzehnt um seine Freilassung bemüht hatten - ehrenamtlich.

Freunde und Unterstützer wollten ihn am Airport in Empfang nehmen. Geplant ist, dass Söring gegen Mittag für ein kurzes Statement vor die Presse tritt. Auch die Wiesbadener Anwältin Karoline Rüsch war zum Flughafen gekommen. Sie pflegt nach eigener Aussage seit 2010 eine Brieffreundschaft mit ihm. "Ich habe an dieses Wunder, was hier gleich passiert irgendwie nicht mehr geglaubt, es ist das schönste Weihnachten für mich, seit ich ihn kenne." Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Virginia hatte im November entschieden, den deutschen Diplomatensohn auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Begnadigt wurde er nicht. In Deutschland ist Söring ein freier Mann. In die USA darf er nie wieder einreisen.

Möglicherweise seit 1986 unschuldig in Haft

Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war er später zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld. Seine Unterstützer und Freunde haben in Deutschland nach eigenen Angaben eine Wohnung, ein Handy und Kleidung für Söring besorgt. Der Ex-Häftling will demnach nach seiner Ankunft in Deutschland erst einmal Urlaub machen und dann durch das Land reisen und seine Unterstützer besuchen.

Festgenommen worden waren Söring und Haysom 1986 in Großbritannien. Dorthin waren sie geflüchtet, als sie wegen des Mordes unter Verdacht gerieten. Großbritannien stimmte der Auslieferung Sörings an die USA nur unter der Bedingung zu, dass die Todesstrafe nicht verhängt wird. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt. Der Fall erregte in den USA und international viel Aufmerksamkeit und polarisiert noch immer.

(ce/dpa)

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