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Jemen: Trotz Waffenruhe, kämpfe um Flughafen

19.12.2018 16:46 Uhr

Der von Rebellen kontrollierte Flughafen der Hauptstadt Sanaa wurde zum ersten Mal seit der Waffenruhe von den Truppen der Regierung angegriffen. Bei dem Luftangriff sei eine kurz vor dem Start stehende Drohne zerstört worden, erklärte am Mittwoch die Koalition, die Jemens Regierung unterstützt.

Sie warf den schiitischen Rebellen erneut vor, den Flughafen als Militärbasis zu missbrauchen.

Die Konfliktparteien im Jemen-Krieg hatten sich vor knapp einer Woche bei ihren Friedensgesprächen unter UN-Vermittlung auf eine Waffenruhe für die heftig umkämpfte Stadt Hodeida und ihren Hafen geeinigt, über den der Großteil der humanitären Hilfe in das Land gelangt. Über die Zukunft des seit drei Jahren geschlossenen Flughafens von Sanaa sollte in einer zweiten Runde Ende Januar gesprochen werden. Wie Sanaa wird auch Hodeida von den schiitischen Huthis kontrolliert.

Sporadische Kämpfe trotz Waffenruhe

Die Waffenruhe für Hodeida war in der Nacht zum Dienstag in Kraft getreten, wurde jedoch immer wieder von sporadischen Kämpfen unterbrochen. Beide Seiten machten sich gegenseitig für den Bruch der Waffenruhe verantwortlich. Die Huthi-Rebellen warfen regierungstreuen Truppen vor, in der Nacht zum Mittwoch wiederholt Teile der Hafenstadt und der gleichnamigen Provinz angegriffen zu haben.

Die Militärkoalition beschuldigte ihrerseits am Mittwochmorgen die schiitischen Kämpfer, seit Beginn der Feuerpause 21 Mal dagegen verstoßen zu haben. Ein Vertreter der Koalition drohte indirekt mit der Wiederaufnahme ihrer Offensive, sollten die Rebellen weiterhin die Vereinbarungen verletzen. Er forderte die UNO auf, aktiv zu werden. Andernfalls sei das "Abkommen zum Scheitern verurteilt", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Die UNO will noch in dieser Woche ein Beobachterteam nach Hodeida entsenden.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthis, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Bürgerkrieg bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit.

(an/afp)