epa/Yahya Arhab

Jemen: Konfliktparteien werfen sich Bruch der Waffenruhe vor

9.1.2019 12:30 Uhr

Im Jemen werfen sich die beiden Konfliktparteien gegenseitig den Bruch der seit Wochen bestehenden Waffenruhe vor. Die jemenitische Regierung hielt den Huthi-Rebellen am Mittwoch vor, bei mehr als 400 Verstößen seien 33 Zivilisten getötet worden.

Die von den Huthis kontrollierte Nachrichtenagentur Saba wiederum meldete, die von Saudi-Arabien angeführte Koalition habe gegen die Waffenruhe verstoßen und einen Ort mit Mörsergranaten beschossen.

Aus UN-Kreisen hieß es, trotz Verstößen halte die Waffenruhe nach Einschätzung der Vereinten Nationen. Der im Dezember vereinbarte Truppenabzug aus der seit Monaten umkämpften Hafenstadt Hudaida im Westen des Jemens sei jedoch noch nicht vollständig umgesetzt.

Waffenstillstand in Hudaida

Die Huthi-Rebellen hatten vor mehr als vier Jahren große Teile des bitterarmen Landes erobert. Seit dem 18. Dezember gilt in Hudaida eine Waffenruhe. Darauf hatten sich die Konfliktparteien in Schweden unter Vermittlung der UN geeinigt. Demnach hätten bis Anfang dieser Woche alle Truppen aus der Hafenstadt zurückgezogen werden müssen.

Aus UN-Kreisen hieß es, die Huthis hätten den Rückzug verkündet, der jedoch von der anderen Seite nicht anerkannt werde. Die UN könnten die Angaben bisher nicht verifizieren. Den Vereinten Nationen zufolge herrscht im Jemen die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Die Hafenstadt Hudaida ist zentral für die Versorgung des Landes.

(an/dpa)