imago/Xinhua

Jemen: 65.000 Menschen hungern

8.12.2018 15:30 Uhr

Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich im Jemen an. Weil das Land in einem Bürgerkrieg versinkt stehen mindestens 65.000 Menschen vor einer Hungersnot, so die Analyse von humanitären Organisationen.

Ohne die Versorgung durch das Welternährungsprogramm (WFP) und andere Hilfsorganisationen wäre die Zahl mehr als dreimal so hoch, geht aus dem in der Nacht zu Samstag veröffentlichten IPC-Bericht hervor.

IPC steht für «Integrated Food Security», und misst mit Daten von mehr als einem Dutzend humanitären Organisationen die Versorgungslage in Krisengebieten auf einer Skala von 1 bis 5. Die 65 000 Menschen sind in Kategorie 5, die für Hungersnot steht. Für fünf Millionen Menschen im Jemen gilt Stufe 4 (Notstand), für weitere 10,8 Millionen Stufe 3 (Krise). Damit seien 53 Prozent der Bevölkerung in einer prekären Lage, heißt es in dem Bericht.

Besonder die umkämpften Städte leiden

Besonders dramatisch sei die Lage um die umkämpfte Hafenstadt Hudaida am Roten Meer. Überall seien die wenigen vorhandenen Nahrungsmittel extrem teuer. Weil viele Menschen keine Arbeit mehr hätten und selbst Beamte seit Monaten nicht bezahlt würden, habe kaum jemand Geld, um Essen zu kaufen.

Der Konflikt im Jemen verschärfte sich 2015. Damals begann Saudi-Arabien mit sunnitischen Verbündeten, Einrichtung der Huthi-Rebellen zu bombardieren, die der schiitischen Zaiditen-Gemeinde angehören. Der Jemen ist ohnehin ein bitterarmes Land. Es besteht zu mehr als Zweidritteln aus Wüste und muss selbst in besten Zeiten den größten Teil seiner Nahrungsmittel einführen. In Schweden ringen Vertreter der Regierung und Rebellen unter UN-Vermittlung zurzeit um eine Friedenslösung. Weite Teile des Landes werden zudem von Al-Kaida beherrscht.

(an/dpa)