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Jeder Vierte hat ungeschützten Sex mit Zufallsbekanntschaft

1.12.2018 13:41 Uhr

Einer Umfrage zufolge gehen viele Erwachsene leichtsinnig mit ihrem Liebesleben um. Laut einer Umfrage hatte schon mehr als jeder Vierte ungeschützten Sex mit einer Zufallsbekanntschaft, so das Ergebnis des Verbandes der Privaten Krankenversicherung.

Jeder dritte Mann (33 Prozent) und jede fünfte Frau (20 Prozent) hätten entsprechende Angaben gemacht, heißt es in dem Report, über den die "Saarbrücker Zeitung" zuerst berichtet hatte.

"Das ist ein alarmierendes Ergebnis", sagte der PKV-Vorsitzende Uwe Laue. "Es zeigt, dass wir in der Aufklärungsarbeit kein bisschen nachlassen dürfen." Berichte über neuentwickelte Medikamente für HIV-Infizierte und Aids-Kranke hätten wohl "zu einer Art neuer Nachlässigkeit" im Umgang mit der Infektion geführt. Trotz aller medizinischen Fortschritte sei Aids aber nach wie vor eine unheilbare Krankheit, sagte er.

Fehlendes Risikobewusstsein bei Heterosexuellen

Die Umfrage des Insa-Instituts von der zweiten Novemberhälfte basiert auf Online-Angaben von 2062 Bundesbürgern im Alter ab 18 Jahren. Der Umfrage zufolge sind zudem vier von fünf Deutschen (79 Prozent) der Meinung, dass Aufklärung über HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten schon in der Schule stattfinden sollte.

Nach einem jüngst vorgestellten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Neuinfektionen mit HIV bundesweit leicht rückläufig. Sie lag 2017 bei rund 2700 nach jeweils etwa 2900 in den Jahren 2014 bis 2016. Bei Heterosexuellen wird aber laut RKI in den vergangenen Jahren ein langsamer Anstieg der Neuinfektionen gesehen: Ihnen fehle es oft an einem Bewusstsein für ein HIV-Risiko. Insgesamt lebten Ende 2017 rund 86 000 Menschen im Land mit HIV, geschätzt 11 400 wussten nichts von ihrer Infektion.

(an/dpa)