imago images / Pressedienst Nord

Jeder Schüler soll vor den Sommerferien in die Schule

28.4.2020 15:04 Uhr

Trotz Corona-Krise sollen alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen können. Das schlagen die Kultusminister der Länder den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrem beschlossenen Konzept vor.

"Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können", heißt es in dem Papier der Kultusministerkonferenz (KMK), über das Bund und Länder nun beraten sollen.

Regulärer Schulbetrieb nicht möglich

Einen regulären Schulbetrieb für die rund elf Millionen Schüler in Deutschland wird es vor den Sommerferien laut den Ministern aber nicht geben. Nach dem jetzigen Stand sei dies aufgrund des Abstandsgebots von mindestens 1,50 Meter nicht möglich, hieß es in dem "Rahmenkonzept". Ein Mix aus Präsenzunterricht und Lernen daheim solle ausgebaut, digitales Lehren und Lernen weiterentwickelt werden.

Die Länderminister betonen, dass Infektions-und Gesundheitsschutz "höchste Priorität" haben. Diese seien "Maßgabe für alle weiteren Schritte". Mit den vorgelegten Eckpunkten - darunter strenge Hygieneregeln und Abstandsgebote - sei eine allmähliche Rückkehr zu einem "geordneten Schulbetrieb" möglich. Eine Pflicht, in den Schulen einen Nase-Mund-Schutz zu tragen, ist in dem Beschlusspapier nicht vorgesehen.

Kleine, zeitversetzte Lerngruppen

Die Minister setzen ausdrücklich auf ein behutsames Vorgehen: Die Lerngruppen werden verkleinert, räumlich getrennt, der Unterricht soll zeitversetzt laufen. Abstandhalten gilt fürs Klassenzimmer, aber auch für Pausenhof oder zu Essenszeiten. Ein Mund-Nasen-Schutz soll freiwillig sein und wird als "ergänzender Fremdschutz" gesehen.

Im Beschluss heißt es, alle Abschlussprüfungen sollen in diesem Jahr stattfinden, die Abschlüsse gegenseitig anerkannt werden. Neue Termine, wann welche weiteren Jahrgänge an die Schulen zurückkehren sollen, nennt das Papier nicht. Es wird nur der 4. Mai aufgeführt, den viele Bundesländer schon fest im Visier haben für den nächsten Schritt. Über eine Ausweitung des Unterrichts auf weitere Klassenstufen entscheiden die Länder der zwölfseitigen Vorlage zufolge selbst - nach Vor-Ort-Gegebenheiten und Infektionsgeschehen. Für den 4. Mai planen viele Länder eine Rückkehr jeweils für den ältesten Grundschuljahrgang sowie für Schüler, die 2021 ihren Abschluss machen wollen.

Schüler sollen verstärkt das Fahrrad benutzen

Man müsse allen Akteuren ausreichend Zeit einräumen, um auch etwa eine sichere Beförderung zur Schule bereitzustellen, stellen die Länderminister klar. Auch wenn Mundschutz nicht in den Klassen vorgeschrieben ist: In Bussen und Bahnen gilt seit Montag eine allgemeine Maskenpflicht für Personen ab sechs Jahren - also auch für Jungen und Mädchen auf dem Weg zur Schule. Die Kinder und Jugendlichen sollten verstärkt mit dem Rad oder zu Fuß in die Schulen kommen, rät die KMK.

Herausgestellt wird einmal mehr die Bedeutung von Hygiene. "Jede Schule muss einen Hygieneplan haben." Für regelmäßiges Händewaschen müssten genug Möglichkeiten vorhanden sein, ebenso brauche es ausreichend Flüssigseife. Auf den Abstand von 1,50 Meter sei konsequent zu achten. Vor allem mit den jüngeren Schülern sollten die wichtigsten Verhaltensregeln - auch etwa Nies- und Hustenetikette - eingeübt werden.

Sonderregeln für Vorerkrankte

Vorerkrankte Schüler wollen die Kultusminister von einer Teilnahme am Präsenzunterricht befreien. Der Unterricht solle zwar wenn möglich nach regulärem Stundenplan erteilt werden, die Lehrkräfte setzen aber die Schwerpunkte. Vorerkrankte Lehrer sollen möglichst nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden.

Bis Dienstagvormittag waren in Deutschland 156.200 Corona-Infektionen gemeldet. Laut Robert Koch-Institut stieg die Ansteckungsrate wieder leicht an.

(bl/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.