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Jede afghanische Kindheit vom Krieg beeinflusst

7.10.2019 14:59 Uhr

In den letzten 18 Jahren war jedes einzelne Kind in Afghanistan vom Krieg im Land betroffen, so eine Kinderschutzorganisation. Geschätzte 20 Millionen Kinder wachten jeden Tag mit Angst vor Schüssen, Bomben und dem Tod in Straßen, Schulen oder Wohnhäusern auf, teilte die nicht staatliche Organisation Save the Children am 18. Jahrestag der US-geführten Intervention in Afghanistan am Montag mit.

Am 7. Oktober 2001 hatten die USA ihren Militäreinsatz gegen die islamistischen Taliban als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September auf die Zwillingstürme in New York und das US-Verteidigungsministerium in Washington begonnen. Die Taliban hatten von 1996 bis dahin weite Teile des Landes unter ihrer Kontrolle. Sie und die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) sind die größten militanten Gruppen, die derzeit in dem Land gegen die afghanische Regierung kämpfen und Anschläge verüben.

3,7 Millionen Kinder können nicht in die Schule

"Stellen Sie sich vor, 18 zu werden und nichts außer Konflikten und Krieg in der Kindheit und Ausbildung kennengelernt zu haben", sagte der für Afghanistan zuständige Direktor der Organisation, Onno van Manen, der Mitteilung zufolge. Zwischen 2015 und 2018 seien 12 500 Kinder entweder getötet oder verstümmelt worden. 3,7 Millionen Kinder - 60 Prozent von ihnen Mädchen - könnten keine Schule besuchen. Und 3,8 Millionen Kinder bräuchten humanitäre Hilfe.

Nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan (Unama) tragen Frauen und Kinder die größte Bürde des Kriegs. Mehr als 46 000 Zivilisten starben demnach zwischen Januar 2009 und Juni 2019. Verhandlungen der USA mit den Taliban hatte US-Präsident Donald Trump nach einem Anschlag in Afghanistan Anfang September ausgesetzt.

(an/dpa)

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