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Japan: Drei ehemalige Tepco-Manager wegen Fukushima angeklagt

26.12.2018 14:54 Uhr

Fast acht Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima hat die Staatsanwaltschaft für drei frühere Topmanager des Betreibers Tepco Haftstrafen gefordert. Wenn sie vorhandene Informationen gesammelt und notwendige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hätten, wäre die Atomkatastrophe vermeidbar gewesen, argumentierte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Tokio, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

Im Kraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten des Inselreiches war es am 11. März 2011 in Folge eines gewaltigen Tsunamis zum Super-Gau gekommen.

Die drei Angeklagten haben auf unschuldig plädiert. Der Tsunami sei unvorhersehbar gewesen. Zudem wäre es ohnehin zu einer Katastrophe gekommen, selbst wenn Schutzmaßnahmen ergriffen worden wären. Die Verteidigung wird ein letztes Mal nächsten März vor Gericht gehört.

Bereits 2008 über Tsunamigefahr informiert gewesen

Der Atombetreiber Tepco sei bereits 2008 darüber informiert gewesen, dass ein Tsunami von rund 16 Metern Höhe das Atomkraftwerk heimsuchen könne. Doch sei es der Konzernführung wichtiger gewesen, ein Herunterfahren des Meilers zu vermeiden, statt das Problem anzugehen, wurden die vom Gericht als Staatsanwälte ernannten Juristen zitiert.

Als Folge der Kernschmelzen in den Fukushima-Reaktoren mussten rund 160 000 Anwohner fliehen. Mehr als 30 000 können noch immer nicht zurück. Es war die schlimmste Katastrophe seit Tschernobyl 1986.

(an/dpa)