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IYI-Chefin Aksener fordert konsequente Umsetzung der Istanbuler Konventionen

30.7.2020 9:16 Uhr

Zuletzt hatte die regierende AKP angedeutet, sich aus den Istanbuler Konventionen - ein Vertrag des Europarats zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen - zurückziehen zu wollen. Das ruft nun die Chefin der nationalkonservativen Partei IYI, Meral Aksener, auf den Plan. Anstatt aus dem Vertrag auszusteigen, fordert sie den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan auf, die Istanbuler-Konventionen konsequent umzusetzen.

Die Türkei ignoriere konkrete Probleme, sagte sie auf einer Fraktionssitzung ihrer Partei. "Die Türkei steht unter 34 OECD-Ländern an der Spitze, was Gewalt gegen Frauen angeht. Erst kürzlich wurde die 27-Jährige Pinar Gültekin ermordet. Die Türkei muss dieses Laster endlich loswerden und umdenken“, betonte sie und fügte an: "Männer und Frauen müssen jeden Einzelnen respektieren und lieben. Herr Erdogan, setzen Sie die Konventionen um, anstatt sie zu annullieren."

Hoher Offizieller der AKP spricht von "Fehler"

Über die Umsetzung der Istanbuler Konventionen, die die türkische Regierung 2014 unterzeichnete, wird derzeit in der Türkei hitzig diskutiert. Zuletzt hatte ein hoher Offizieller der AKP gesagt, die Unterschrift vor sechs Jahren sei ein "Fehler" gewesen - trotz der steigenden Zahl an Frauenmorden in der Türkei.

Frauenrechtsgruppen kritisieren immer wieder, dass die Regierung zu wenig für den Schutz der Frau gegen Gewalt tut. Nach Informationen der Organisation "Wir werden Frauenmorde stoppen" sind allein im vergangenen Jahr 430 Frauen in der Türkei getötet worden.

(bl)

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