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IWF diskutiert Anerkennung von Guaido

11.4.2019 21:25 Uhr

Über die Anerkennung des venezolanischen Interimspräsident Juan Guaido wird beim Internationalen Währungsfond heftig gestritten. Das sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag auf der Frühjahrstagung des IWF in Washington.

Man warte darauf, dass die Mitglieder des IWF entscheiden, welches Staatsoberhaupt anerkannt werde. "Während wir miteinander sprechen, befindet sich eine ganze Reihe Mitglieder in einem Prozess", sagte sie. Sobald dieser abgeschlossen sei, werde der IWF agieren.

Besorgt über die humanitäre Krise

Der IWF hat zur Zeit 189 Mitglieder. Größter und mächtigster Anteilseigner sind die USA, die Guaidó bereits als Staatsoberhaupt anerkannt haben. Es geht unter anderem auch um Zugriff auf Gelder, die beim IWF lagern. Da sich die Mitglieder in der Frage bisher nicht einig sind, kann derzeit kein Geld fließen - weder an die Opposition, noch an die Regierung Maduro.

"Wir sind sehr, sehr besorgt über die humanitäre Krise, die in Venezuela stattfindet", sagte Lagarde. Man sei vorbereitet, so schnell zu handeln wie möglich. Die Größe der humanitären und ökonomischen Krise des Landes verlange nach Anstrengungen auf mehreren Ebenen. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen sieben Millionen Venezolaner humanitäre Hilfe, fast ein Viertel der Bevölkerung. Der selbst ernannte Interimspräsident des Landes befindet sich seit Monaten in einem Machtkampf mit dem umstrittenen sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro.

(an/dpa)