imago images/Matteo Gribaudi

Italiens Korruptionsjäger gestorben

20.7.2019 18:19 Uhr

In den 90er Jahren brachte er mit seinen Ermittlungen fast eine ganze politische Klasse in Italien zu Fall: Nun ist der ehemalige Mailänder Oberstaatsanwalt Francesco Saverio Borrelli mit 89 Jahren gestorben.

Staatspräsident Sergio Mattarella würdigte ihn am Samstag als Mann, der immer "der Vormachtstellung und dem Respekt der Gesetze" verpflichtet war und der Republik in Treue gedient hat.

Ermittlungen unter dem Namen "Mani Pulite"

Borrelli war Chef eines Fahnderteams, das in den 90er Jahren Korruptionsermittlungen geführt hatte, die unter dem Namen "Mani Pulite" (Saubere Hände) in die Geschichtsbücher eingehen sollten. Sie brachten damit die sogenannte "Schmiergeldrepublik" zu Fall. Innerhalb weniger Monate klagten sie reihenweise Spitzenpolitiker und Geschäftsleute an und legten das Geflecht von Geben und Nehmen zwischen Politik und Unternehmen bloß. 1994 geriet auch der damalige Regierungschef Silvio Berlusconi ins Visier der Richter.

Borrelli starb am Samstag in einem Mailänder Krankenhaus, wie italienische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Klinik berichteten. Mailands Oberstaatsanwalt Francesco Greco sagte, Borrelli habe "Geschichte geschrieben". Am Montag solle der Leichnam aufgebahrt werden.

(an/dpa)

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