afp

Italiens Justiz ermittelt nach Tod von Zeugin in Berlusconi-Prozessen

16.3.2019 15:25 Uhr

Das Geschehen rund um den plötzlichen Tod der 33-jährigen Imane Fadil, Zeugin in den Prozessen gegen Silvio Berlusconi, wird immer mysteriöser. Das Model scheint mit einer "radioaktiven Substanz" vergiftet worden zu sein. Die italienischen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.

Dem Bericht zufolge hatte das Krankenhaus zunächst versucht, mit verschiedenen Untersuchungen die Gründe für die rasche Verschlechterung von Fadils Gesundheitszustand zu klären. Da die Tests ohne Ergebnis blieben, habe das Krankenhaus Proben an ein Speziallabor in Pavia geschickt. Die Resultate seien am 6. März eingetroffen, nach dem Tod des Ex-Models. Die Proben hätten "eine Mischung aus radioaktiven Substanzen enthalten, die normalerweise nicht im Handel erhältlich sind".

Fadil eine der Zeuginnen in den Berlusconi-Prozessen

Fadils Anwalt, Paolo Sevesi, sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur AGI, seine Mandantin habe sich nach eigenen Worten davor gefürchtet, vergiftet zu werden. Die Zeitung "Il Fatto Quotidiano" berichtete dagegen von einer zunehmenden geistigen Verwirrtheit des Ex-Models. Sie habe an "schwarze Geister" und "dämonische Riten" geglaubt. Fadil hatte in einem Prozess gegen Berlusconi im Jahr 2012 die ausschweifenden "Bunga-Bunga"-Partys in dessen Villa Arcore bei Mailand beschrieben. Berlusconi habe ihr beim ersten Mal, als sie auf eine Party in seine Villa kam, 2000 Euro in bar gegeben und gesagt, sie solle "nicht beleidigt" sein.

Berlusconi wurde in dem Prozess vorgeworfen, mit der zur Tatzeit minderjährigen Prostituierten Karima al Mahrough alias Ruby Rubacuore Sex gehabt zu haben. Später soll der damalige Regierungschef sein Amt missbraucht haben, um die wegen Diebstahls festgenommene Marokkanerin freizubekommen.

(ce/afp)