imago images / Manfred Segerer

Italien stellt Lombardei unter Quarantäne

8.3.2020 8:46 Uhr

Im der Coronavirus-Epidemie entgegenzutreten, stellt Italiens Regierung Gebiete im Norden des Landes mit rund zehn Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Darunter auch die Wirtschaftsmetropole Mailand und Touristenmagnet Venedig.

Wie Regierungschef Giuseppe Conte via Twitter mitteilte, gilt ab Sonntag für große Teile Norditaliens ein grundsätzliches Ein- und Ausreiseverbot. Ausnahmen sind nur aus nachgewiesenen dringenden beruflichen Gründen und in Notfällen aus gesundheitlichen Gründen möglich.

Verbot kultureller, sportlicher und religiöser Veranstaltungen

Das Dekret, das Conte in der Nacht zum Sonntag unterzeichnete, sieht außerdem ein Verbot aller kulturellen, sportlichen und religiösen Veranstaltungen vor. Museen, Kinos, Theater, Diskotheken, Tanzschulen und ähnliche Einrichtungen müssen vorerst ebenso schließen wie Wintersport-Stationen.

Bars und Restaurants dürfen nur ihren Betrieb fortsetzen, wenn ein Mindestabstand zwischen den einzelnen Gästen und Mitarbeitern von einem Meter eingehalten wird. Diese Regelung betrifft auch religiöse Orte wie Kirchen, Zeremonien wie Taufen oder Hochzeiten müssen verschoben werden.

Quarantäne bis zum 3. April

Das Dekret gilt für die Lombardei, einen Teil der Region Venetien mitsamt Venedig, den Norden der Emilia-Romagna und den Osten des Piemont. Die Quarantäne soll bis zum 3. April dauern.

Allein in der Lombardei leben zehn Millionen Menschen, davon knapp 1,4 Millionen in Mailand. Die Region ist das wirtschaftliche und industrielle Herz Italiens.

Mit rund 5900 nachgewiesenen Infektionen und mehr als 230 Todesopfern ist Italien das am schwersten von der Epidemie betroffene Land Europas

(be/afp)

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