Symbolbild: epa/Andrea Scarfo

Italien: Migrantenlager geräumt

6.3.2019 14:46 Uhr

Im Süden Italiens haben hunderte Polizisten mit der Räumung eines großen Migrantenlagers angefangen. 900 Menschen sollten aus dem Lager in San Ferdinando in Kalabrien gebracht werden, wie Innenminister Matteo Salvini am Mittwoch erklärte. Im Einsatz waren demnach 600 Sicherheitskräfte und Sanitäter.

In dem slumartigen Lager leben seit Jahren Hunderte Migranten, die meist illegal bei der Ernte von Zitrusfrüchten in der verarmten Region helfen. Das Geschäft wird teils von der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta kontrolliert. In den vergangenen 14 Monaten kamen drei Menschen bei Bränden in der Zeltstadt um. Hilfsorganisationen kritisieren seit Jahren die schlimmen Zustände - fließendes Wasser und Strom gibt es nicht. Versuche, das Lager zu räumen, scheiterten bisher.

Medu fürchtet neue Ghettos

Die Organisation Ärzte für Menschenrechte (Medu) kritisierte, den Bewohnern sei nicht gesagt worden, wohin sie gebracht würden. Ohne einen genauen Plan für die Unterbringung der Menschen werde das Problem in San Ferdinando aber nicht gelöst. Stattdessen entstünden immer neue Ghettos.

(an/dpa)