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Italien: EZB stellt Banca Carige unter Zwangsverwaltung

2.1.2019 17:07 Uhr

Bei dem italienischen Geldhaus Banca Carige schaltet sich nun die Europäische Zentralbank (EZB) ein. Drei Übergangsverwalter und ein Überwachungskomitee übernehmen die Regie bei dem Institut und ersetzen das bisherige Führungsgremium, teilte die EZB am Mittwoch in Frankfurt mit. Die Entscheidung sei notwendig gewesen, da die Mehrheit der Vorstandsmitglieder zurückgetreten sei.

Eine Übergangsverwaltung durch die Aufseher sei notwendig, um die Bank zu steuern und ihre Führung zu stabilisieren, hieß es weiter. Die Aufseher würden die Situation bei der Bank genau beobachten, die EZB kontinuierlich informieren und wenn nötig sicherstellen, dass die Kapitalanforderungen dauerhaft erfüllt würden.

Italienische Banken im Fokus

Beim jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA im November hatte die Banca Carige unter den vier geprüften italienischen Instituten am schwächsten abgeschnitten. Das Geldhaus war Anfang 2017 aus der Fusion der Banca Popolare Di Milano mit der Banco Popolare aus Verona entstanden. Ihr Kapitalpuffer schrumpfte in den Krisenszenarien der Aufseher, darunter ein Einbrechen der Konjunktur und der Immobilienpreise, deutlich. Formale Durchfaller gab es bei dem Stresstest aber nicht.

Italienische Banken stehen an der Börse besonders im Fokus. Sie haben nicht nur einen Berg an Problemkrediten in ihren Büchern, bei denen Kunden Schwierigkeiten mit der Rückzahlung haben. Zur Belastung für die Banken könnten angesichts des Schuldenkurses der Regierung in Rom auch ihre großen Bestände an italienischen Staatsanleihen werden.

(an/dpa)