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Istanbuler Gericht ordnet Freilassung von Adil Demirci an

14.2.2019 15:02 Uhr

Ein Gericht in Istanbul hat am Donnerstag die Freilassung des Kölner Sozialarbeiters Adil Demirci angeordnet. Der 33-Jährige darf jedoch die Türkei vorerst nicht verlassen.

Demirci saß seit April vergangenen Jahres unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation in Haft.

Demirci hatte zuvor mehrfach seine Freilassung beantragt. Die Staatsanwaltschaft stimmte unter der Bedingung gewisser Auflagen zu. An der Verhandlung in Istanbul nahmen am Donnerstag unter anderen der deutsche Generalkonsul Michael Reiffenstuel, der Kölner SPD-Abgeordnete Rolf Mützenich und der Kölner Linken-Stadtrat Jörg Detjen als Beobachter teil.

Demirci bestreitet Mitgliedschaft in einer "Terrororganisation"

Demirci und seinen 22 Mitangeklagten wird vorgeworfen, in den Jahren 2013, 2014 und 2015 an Beerdigungen von Mitgliedern der verbotenen linksextremen MLKP und der kurdischen YPG teilgenommen zu haben, die bei Polizeirazzien in Istanbul und im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet worden waren. Sie werden deshalb der Mitgliedschaft in der MLKP verdächtigt.

Demirci bestätigte zwar bei dem Prozessauftakt am 20. November die Teilnahme an Beerdigungen von Kämpfern gegen die IS-Miliz, bestritt aber eine Mitgliedschaft in einer "Terrororganisation".

(be/afp)