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Istanbul: Polizei stoppt Frauentags-Demo in Taksim mit Tränengas

9.3.2020 10:31 Uhr

Die Polizei in Istanbul hat am Sonntagabend den "Nachtprotest der Feministinnen" in Taksim mit Tränengas aufgelöst. Bereits im Vorfeld hatte das Istanbuler Gouverneursamt den Protestzug verboten, alle Straßen zum Taksimplatz und zur Einkaufsstraße Istiklal abgeriegelt und das Areal zur "Sperrzone" für den Protest erklärt.

Polizisten blockierten den Frauentags-Protestzug in Taksim (Bild: dha)

Hunderte Frauen versammelten sich trotz des Verbotes in Taksim und protestierten gegen Gewalt an Frauen und für mehr Gleichberechtigung. Bis zur Istiklal-Straße verlief der Protestzug ruhig. Erst als die Frauen versuchten, auf die beliebte Einkaufsstraße im Herzen Taksims zu gelangen, griff die Polizei ein und ging mit Tränengas gegen die Frauen vor.

Die Frauen ließen sich nicht davon abhalten, für ihre Rechte zu protestieren (Bild: dha)

Dutzende friedliche Frauenmärsche

Am Sonntag fanden im ganzen Land Frauenmärsche statt, die friedlich und unangetastet blieben. Das Gouverneursamt von Istanbul hatte in seiner Erklärung am Sonntagmorgen unterstrichen, dass sämtliche Veranstaltung zum Frauentag in Istanbul genehmigt worden wären - bis auf die Veranstaltung am Sonntagabend in Taksim. Dieser wird eine gewisse Symbolfunktion zugesprochen, denn in Taksim versammelten sich auch die Menschen zu den Gezi-Massenprotesten im Frühjahr 2013.

Während noch vor zwei Jahren der Nachtmarsch der Feministinnen genehmigt wurde, verboten die Behörden ihn im Jahr 2019. Auch damals widersetzten sich die Frauen dem Verbot und wurden von der Polizei angegriffen.

(Hürriyet.de)

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